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ARVC

Autor
Datum
Waldkauz
21.06.2018, 12:50 Uhr

Seit dem 11.06.18 trage ich einen ICD.
Die Diagnose ist leider unklar. Chagas ist ausgeschlossen, da entsprechende Länder nicht bereist wurden. Vermutet wird entweder eine Mesalazin-induzierte Myokarditios (von 1999 bis 2005 gegen M.Crohn genommen) oder eine
ARVC.
Ich mache gern Sport (Wandern, Waldlauf und div. Übungen auf dem Trimmdichpfad). Derzeit bin ich mit den Armen ohnehin noch bewegungseingeschränkt.
Jetzt habe ich gelesen, dass bei der ARVC jegliche sportliche Belastung vermieden werden sollte (außer Billard, Schach usw.).
Wenn ich bis zum frühestmöglichen Termin beim Kardiologen (Dez.18) keinen Sport mehr mache, muss ich später wieder mühsam eine Grundfitness aufbauen, was sicher auch nicht gut für das Herz ist. Besser wäre es doch sicher, das derzeitige Fitnesslevel zu erhalten. Meine Fragen daher:
1. Sollten mit einer Mesalzin-induzierten Myokarditis ebenfalls sportliche Belastungen vermieden werden?
2. Wenn mit einer Mesalazin-induzierten Myokarditis moderat Sport getrieben werden kann, wie kann ich feststellen lassen, welche Krankheit ich nun habe?

Für Ihre Antwort schon mal vielen Dank im Voraus und
herzliche Grüße aus dem Allgäu

Dr. med. Jürgen Fritsch
25.06.2018, 08:36 Uhr

Lieber Nutzer,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Eine klare Diagnosestellung vor weiteren Maßnahmen und auch zur Beurteilung der Belastbarkeit wäre schon gut. Ich selber habe keine persönlichen Erfahrungen mit Mesalazin-induzierter Myokarditis. Es handelt sich ja doch um ein seltenes oder wohl auch oft übersehenes Krankheitsbild. Nach der Literatur, die ich gesehen habe wäre aber mit einer schnellen Besserung nach Absetzen von Mesalazin zu rechnen. Trotzdem, solange das Krankheitsbild unklar ist sollten Sie keinen Sport machen. Sie schädigen Ihr Herz dadurch eventuell noch mehr oder gefährden sich durch das Auftreten von lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein frühestmöglicher Termin beim Kardiologen erst im Dezember sein soll. Bei wem sind Sie denn jetzt in Behandlung und von welcher Seite aus haben Sie den ICD bekommen? Der muss ja auch kontrolliert werden. Im Vordergrund steht also eine klare Diagnosestellung. Dann kann man konkret weiter sehen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Jürgen Fritsch

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