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AV Block3 PET

Autor
Datum
Kathi2308
02.01.2019, 22:22 Uhr

Sehr geehrter Dr. med. Brück,
vielen lieben Dank für Ihre Antwort, dem möchte ich noch etwas hinzufügen. Patientin ist eingeliefert worden wegen Atemnot, die schon öfters aufgetreten ist. In einer Klinik wurde sie wegen Überwässerung an die Dialyse gelegt, sie war Diabetikerin und dialysepflichtig. Kurzzeitige Besserung ,kurzzeitig. Koronare 2 Phasen Herzerkrankung mit Stent versorgt. Sie wurde durch Notarzt mit Sauerstoff versorgt eingeliefert. Danach bekam sie keinen Sauerstoff mehr, trotz immer weiterer Atemnot. Festgestellt akute pulmonale Stauung mit beginnender Dekompensation.....Es wurde kein Herzultraschall gemacht.
Dieser wurde angemeldet für den nächsten Tag, der aber bis zum Abend noch nicht durchgeführt war. Am 2.Tag, wurde dann ein10 Std. EKG angelegt. Trotz wiederholter Ansprache wegen Atemnot bekam sie keinen Sauerstoff angelegt. Ihr EKG zeichnete von früh an schon Puls von Durchschn.92 höchste 101.HRV längste Pause 101 sec.längste QTc 306/QTcminsec510.Ventrikuläre Ereignisse 132.Nach Auffinden Schnappatmung mit pulmonale Reanimation, die erfolgreich war-kurzfristig 10 min.?? Danach wieder Reanimation intubiert, es konnte kein Eigenrhythmus wieder hergestellt werden. Nach 30 min. Exitus.
Ein Herzschrittmacher bei einem AV Block 3 Bradykardie hätte ja noch ein paar Lebensjahre in Erwartung gestellt.
Für mich sind diese Fragen einfach um zu verstehen was sie in dieser Phase mitbekommen hat. Hätte hier noch eine sofortige OP geholfen? Das ist nur für mich privat um irgendwann endlich verstehen zu können, dass sie hoffentlich nicht elend gelitten hat.
Es raubt mir jede Nacht den Schlaf und mein Herz macht auch schon was es will. Vielen lieben Dank für eine nochmalige Antwort. Kathi

Dr. med. Heribert Brück
03.01.2019, 15:49 Uhr

Sehr geehrte Frau Kathi2308,

wie ich ja schon in meiner ersten Antwort vermutet hatte, lag hier offensichtlich doch ein vielschichtiges Problem vor, das nicht allein durch den AV-Block zu erklären ist.
Über das Vorgehen im Krankenhaus kann man sich nur dann eine fundierte Meinung bilden, wenn man alle Fakten kennt, dies ist mir also nicht möglich.

Ich kann Ihnen nur versichern, dass die Entscheidung, eine Reanimation zu beenden, eine der schwierigsten für jeden Arzt ist, insbesondere, wenn der Patient noch so jung ist. Wie ich schon geschrieben hatte, spielen dafür viele Kriterien eine Rolle, nicht alleine, ob es gelingt, wieder einen Eigenrhythmus herzustellen, ganz wichtige Kriterien sind auch, ob es gelingt, durch die Reanimation Reaktionen des Gehirns wieder herzustellen, der Eigenrhythmus nützt dem Patienten nämlich nichts, wenn das Gehirn unumkehrbare Schäden erlitten hat.

Ihre Frage, ob die Patientin gelitten hat, kann ich jedoch für die Phase der Reanimation eindeutig mit nein beantworten, das hat sie sicher nicht.
Wie ich schon geschrieben hatte, tritt Schnappatmung bei bewusstlosen Patienten auf. Wenn man Patienten nach einer erfolgreichen Reanimation befragt, wie sie diesen Zustand erlebt haben, so erhält man nie den Hinweis, dass sie darunter gelitten hätten.

Ich hoffe dass diese Informationen Ihnen doch eine Linderung Ihrer Sorgen ermöglichen.

Herzliche Grüße
Dr. Heribert Brück

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