Bigemimus nach Infekt
Hallo zusammen,
ich hatte Mitte Januar einen grippalen Infekt. Da es mir nach zwei Wochen noch nicht wirklich besser ging, war ich nochmal beim Arzt. Der hat dann Herzrhythmusstörungen festgestellt und mich sicherheitshalber in die Notaufnahme geschickt, um eine Herzmuskelentzündung auszuschließen. Laborwerte und Ultraschall waren unauffällig. War mittlerweile mehrfach in der Notaufnahme und auch stationär im KH. Der Befund ist immer der gleiche: Bigemimus/Trigeminus. Ultraschall und Herzkatheter unauffällig. Im Krankenhaus wurde mir Verapamil verschrieben und ich soll mich in der Rhythmologie vorstellen wegen möglicher Ablation. Mein Hausarzt ist da aber ziemlich dagegen, weil mein Puls sowieso schon ziemlich niedrig ist. Er empfiehlt Betaprolol niedrig dosiert, um die Extrasxstolen zu unterdrücken. Was würden Sie empfehlen? Gibt es noch die Hoffnung, dass der Bigemimus durch den Infekt entstanden ist und von selbst wieder verschwindet?
Dr. med. Peter Zündorf
Hallo aschwemmle,
vielen Dank für Ihre Anfrage.
Meine kurze Antwort lautet: ja, natürlich besteht eine gute Wahrscheinlichkeit, dass der Bigeminus durch den Infekt entstanden ist und von selbst wieder verschwindet.
Als Behandlungsoption würde ich auch eher einen niedrigdosiertem Betablocker empfehlen, gegebenenfalls unter EKG-Kontrolle wegen der Bradykardien (langsamer Herzschlag). Manchmal kann man auch mit Kombinationen aus Kalium und Magnesium etwas erreichen (z.B. Tromcardin).
Sind die Laborwerte inklusive Elektrolyte und Blutbild alle in Ordnung? Wichtig sind besonders die Schilddrüsenwerte. Eine Überfunktion der Schilddrüse führt schnell zu vermehrten Extrasystolen.
Der Vorschlag mit einer eventuellen Ablation wirkt wie mit Kanonen auf Spatzen zu schießen, wahrscheinlich viel zu großes Besteck.
Nach allem was Sie berichten handelt es sich ja um eine harmlose Geschichte, die tatsächlich wahrscheinlich von selber wieder verschwinden wird.
Gute Besserung und viele Grüße
Dr. Peter Zündorf, Hannover