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Defibrilatorpatientin Teil 2

Autor
Datum
ASchue
13.04.2016, 11:46 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Bläse,

haben Sie herzlichen Dank für die schnelle Antwort.

Daraus konnte ich erkennen, dass ich Ihnen einige Informationen vorenthalten hatte. Meine Mutter hat einen Drei-Sondendefi.

Das heißt, eine Defi-Elektrode liegt in der rechten Herzkammer. Diese reichte aber nicht aus, weil ihre Herzschläge zu gering sind. Deswegen wurde über die Halsschlagader auch noch eine Sonde in die linke Herzkammer eingefädelt. Auf die in den Vorhöfen wurde verzichtet, weil meine Mutter mit starkem Vorhofflimmern belastet ist.

Desweiteren hatte sie einen schweren Fahrradunfall, woraus ggf. der Abriss der Sonde aus der linken Kammer resultierte.

Nun ist eben unter diesen Umständen eine OP notwendig, und sie wollte nicht unbedingt eine am offenen Herzen.

Günstigestenfalls würde sie auch gern den Defi wechseln lassen, weil der derzeitige bereits von 2004 stammt, und die Batterien wohl schwächeln.

Meinen Sie, dass sich so eine Kombi-OP machen ließ, und gäbe es eine Alternative zu einer am offenen Herzen?

Mit bestem Dank und Gruß
A. S.

Dr. med. Ingo Bläse
13.04.2016, 12:56 Uhr

Sehr geehrte Frau S.,

vielen Dank für die zusätzlichen Informationen.

Nur zur Richtigstellung, auch die linksventrikuläre Elektrode liegt nicht in der linken Kammer sondern wird über eine Coronarvene auf dem linken Ventrikel verankert.

Auch jetzt ist jedoch auch wieder die Frage, wo ist die Elektrode abgerissen und muss sie unbedingt entfernt werden? Hat die zusätzliche Elektrode Ihrer Mutter viel gebracht - braucht sie also wieder eine neue?

Wenn beispielsweise der Weg über die Coronarvene verbaut ist, lässt sich auch eine Elektrode über einen kleinen Schnitt direkt auf dem linken Ventrikel verankern.

Wenn an den Elektroden gearbeitet wird, wird zumeist auch ein über 10 Jahre altes Aggregat gewechselt. 10 Jahre ist für ein CRT-Aggregat eine sehr lange Zeit. Wie häufig wurde denn die zusätzliche Elektrode überhaupt gebraucht?

Sie merken schon, dass Ihre Fragen nicht pauschal zu beantworten sind und das Vorgehen sehr von den genauen Umständen und den Bedürfnissen Ihrer Mutter abhängt.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. I. Bläse

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