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Extrasystolen

Autor
Datum
Yvettew
17.08.2019, 13:27 Uhr

Ich bin 46 Jahre alt,weibl.und habe letztes Jahr im Sommer, an einem Nachmittag, plötzlich Herzrythmusstörungen verspürt, ich dachte erst ich hab zu wenig getrunken, da ich an einem sehr niedrigen Blutdruck leide, 90/60 , diese Rythmusstörungen hielten etwa 30 min an danach ging es wieder. Am nächsten Tag ging das gleiche von vorne los und ich begab mich sofort in die Notaufnahme, dort stellte man VES bei mir fest die als harmlos eingestuft wurden. Man empfahl mir einen leichten Betablocker und zur Beruhigung Tavor, da ich natürlich mich sehr reinsteigerte und das ganze noch begünstigte. Die Betablocker musste ich absetzen, da ich überhaupt nicht mehr hoch kam durch den niederen Blutdruck, 24 Std EKG wurde auch gemacht, da fand mann 340 ES , die natürlich auch als harmlos gelten, ich verspürte diese aber so stark und war in meinem ganzen Lebenstil aufeinmal stark eingeschränkt, ich gehe jeden Tag 2 Std mit meinem Hund spazieren, ich arbeite im Nachtdienst und ich ernähre mich gesund.Anfang des Jahres im März hatte ich einen Termin im KH Kardiologe , zu einer Aplation.Diese konnte nicht stattfinden weil mann trotz Stresshormone , die ich bekommen habe, keine ES finden konnte, ich hatte nach meinem Aufenthalt im KH nur noch ganz wenige ES und dann ca 3 Monate fast überhaupt keine. Vor 4 Wochen plötzlich fing es wieder an und zwar gleich in der Früh als ich noch im Bett lag und wach wurde, es war richtig schlimm, ich nahm dann eine Verapamil 40mg ein und wartete ein wenig danach wurde es besser aber seitdem hab ich das jeden Tag ,in der Früh ,im sitzen, am Abend wenn ich ins Bett gehe oder auch nach dem Essen, sie kommen dann so im Abstand von 3 bis 4 normalen Herzschlägen , dann mal nach 8 oder 15.Das einzige was ich nicht mehr habe, ist diese Panik dazu aber es ist so unangenehm und es belastet mich sehr. Ich habe eine Schildrüsenunterfunktion , war aber gerade beim Arzt und meine Werte sind im Normbereich.Die Dosis von Verapamil hab ich auch erhöht auf 2 mal 40mg, es hilft nicht mehr. Also meine ES werden immer mehr und häufiger. Was kann ich denn noch tun um diese ES loszuwerden, ich wollte auch einen Psychologen hinzuziehen aber da bekommt man ja erst am Ende des Jahres einen Termin. Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen. Vielen Dank im voraus.

Dr. med. Peter Zündorf
18.08.2019, 09:37 Uhr

Hallo Frau YvetteW,

 

danke für Ihre Anfrage.

Sie sind beunruhigt durch Ihre Extrasystolie.

Offenbar wurden Sie bereits eingehend kardiologisch untersucht, wenn man sogar schon eine Ablation vorbereitet hatte. Daraus schließe ich, dass Sie vorher eine komplette kardiologische Untersuchung inklusive Echokardiographie und Belastungs-EKG erhalten haben, die im Wesentlichen normal ausgefallen sein müsste. Wenn dem so ist, können Sie Ihre Extrasystolie mit großer Sicherheit als harmlos betrachten. Das sollte Sie ausreichend beruhigen und Tavor und eine Psychotherapie überflüssig machen. Falls für Sie daran Zweifel bestehen, empfehle ich Ihnen, Ihren Kardiologen noch einmal dazu zu kontaktieren.

Was die Behandlung angeht: tatsächlich sind kardioselektive Betablocker wie Bisoprolol am ehesten geeignet, derartige wenn auch harmlose Unregelmäßigkeiten des Rhythmus zu bremsen.

Was den Blutdruck angeht, da wirkte Verapamil jedenfalls stärker, und das scheinen Sie ja ausreichend gut zu vertragen. Im Allgemeinen senkt Bisoprolol dem Blutdruck nicht weiter, wenn er bereits niedrig ist. Und in niedrigen Dosen (bis 5 mg/Tag) besteht sowieso nur eine sehr geringe blutdrucksenkende Wirkung. Das wäre meine Empfehlung, wenn Sie nicht sowieso inzwischen schon ausreichend beruhigt sind.

Nach Ihrer Schilderung kann evtl. Vorhofflimmern oder eine paroxysmale regelmäßige supraventrikuläre Tachykardie vorliegen. Beide Tachykardien sind gutartig. Auch dazu befragen Sie am besten Ihren Hausarzt oder Kardiologen, der ja Ihre Befunde kennt und Ihnen vermutlich detailliertere Informationen geben kann.

Ich hoffe, Ihnen etwas weitergeholfen zu haben,

und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Dr. Peter Zündorf, Hannover

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