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Extrasystolen

Autor
Datum
Davud1981
09.12.2017, 15:31 Uhr

Hallo, ich bin 37 Jahre und leide derzeit wieder verstärkt unter Extrasystolen, ich muss dazu anführen dass ich schon vor gut 10..13 Jahren ähnliche Probleme hatte und seit Jahren auch unter einer Angst Erkrankung leide. Damals hat man groß nix gefunden bis auf einige Extrasystolen und eine leichte Tachykardie, bekommen hatte ich er Beloczock (glaub so hieß es) und musste dann aber wegen starker Schuppenflechte auf Verapamil umgestellt werden. Es ging mir zwar etwas besser jedoch wurde auch dieses abgesetzt da ich Abends oft Aussetzter bemerkte habe, man hat mir dann auch erklärt das ich an sich nix brauche da diese Art von Extrasystolen völlig normal seien und sehr gering. Nach vielen Therapien und langer Einnahme von Fluoxetin konnte ich sogar einige Jahre super leben, konnte aktiv Kraftsport machen und arbeiten, dass Leben war gut für mich da ich sonst alles gemieden habe vorher. Nun ist die Situation wieder anders, vor gut einem Monat habe ich verstärkt Extrasystolen bekommen und konnte diese jedoch nicht mit Beruhigungsversuche mindern, eher hat sich die Situation soweit zugespitzt dass ein Notarzt kam und ich mit Verdacht auf Vorhofflimmern eingeliefert wurde. Im KH wurde natürlich alles erstmal in Richtung Infarkt untersucht und es war zum Glück alles io und es wäre alles normal. Jedoch bekam ich am nächsten Tag wieder verstärkt welche wo ich dann in ein anderes KH gefahren bin und auch da wurde mir gesagt alles normal, nur Extrasystolen die für mich nicht gefährlich sind. Nun würde in der Zeit auch ein Lzekg gemacht wo zum Glück nur 4ves,4sves und 8 qrs fehlt mit insgesamt einer leichten Tachykardie festgestellt wurden bei ca. 19 Std Aufnahme. Auch ein Herzultraschall wurde im KH gemacht und auch dieses ist völlig in Ordnung gewesen. Wir haben uns nach langen Gespräch darauf geeinigt es mit Bisoprolol 2.5 zu probieren jedoch auch mit dem Hinweis das ich an sich nix habe, es ist wohl ehr die Angst etwas zuhaben und vor allem dass ich an einen plötzlich Herztod sterbe. Ich nehme derzeit die Bisoprolol aber nur ein Dreiviertel da ich manchmal das Gefühl habe das mein Herz ziemlich langsam ist dadurch, auch abends merke ich mittlerweile meinen Herzschlag sehr stark was für mich auch ziemlich belastend ist, ab und zu eine Extrasystole beim Hinlegen abends oder mal über den Tag (derzeit zwar immer noch etwas beängstigend aber es geht schon mal besser). Sport wurde mir gesagt könnte ich machen, an sich könnte ich alles nach wie vor tun, natürlich habe ich es jetzt mit leichteren Training versucht Und muss feststellen dass ich ziemlich schnellen Herzschlag hatte und ich auch ziemlich außer Atem waren gesagt leichteren Kraft Training. Ich nehme jetzt auch noch Fluoxetin 20 mg wieder. Meine Frage nun wäre dich selber das Gefühl habe das die Dosis zu hoch ist kann es sein das ich wie evtl. vermutet dieses gar nicht brauche, ist es normal das man sein Herz so stark spürt abends und was kann ich noch machen insgesamt, ich weiß an sich das ich wohl nix wirklich habe, aber reichen da die Untersuchung die da erfolgt sind? Und muss ich mir wirklich keine Sorgen machen?

Dr. med. Peter Zündorf
13.12.2017, 00:54 Uhr

Sehr geehrter Davud,
Sie beschreiben das Bild einer vor allem psychisch störenden und beängstigenden Extrasystolie, bisher offenbar ohne Nachweis von Vorhofflimmern oder einer strukturellen Herzerkrankung. Damit besteht keine Gefährdung durch eine eventuelle Herzerkrankung. Aus meiner Sicht sind weitere Untersuchungen des Herzens nicht erforderlich, zumindest wenn Sie bereits einmal komplett kardiologisch untersucht worden sind.
Tatsächlich sind Herz-Medikamente z.B. die Betablocker Metoprolol, Bisoprolol und Beloc für Sie nicht zwingend erforderlich, aber wahrscheinlich doch hilfreich, um die Symptomatik zu lindern. Ich vermute aber, dass eine völlige Unterdrückung der Extrasystolie auch bei optimal gewählte Dosis nicht möglich sein wird. Wahrscheinlich wird der Puls bei höherer Dosis langsam und der Herzschlag eher stärker zu fühlen sein, während bei niedriger Dosis eher mehr Extrasystolen zu spüren sein werden. Versuchen Sie, den richtigen Mittelweg bzgl. der Dosis zu finden.
Was Sport eingeht, den sollten Sie machen, wobei Ausdauersport im Vordergrund stehen sollte. Vermeiden Sie extreme Belastungen und Wettkampfsport.
Falls noch nicht geschehen, lassen Sie das Labor überprüfen, insbesondere die Nierenwerte, Elektrolyte und die Schilddrüsenwerte.
Die Ängste lassen sich mit allen diesen Maßnahmen und Medikamenten nicht gezielt angehen und müssten ggf. psychotherapeutisch oder durch z.B. Fluoxetin angegangen werden, wie Sie es ja schon beschrieben haben.

 

Ich hoffe, Ihnen etwas weitergeholfen zu haben, und wünsche eine gute Besserung der Beschwerden.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Peter Zündorf, Hannover

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