Ramona Heiland
23.03.2025, 11:20 Uhr

Sehr geehrtes Expertenteam,
ich habe seit Jahren ES und eine Angststörung. Ich befinde mich derzeit auch in psychotherapeutischer Behandlung. Nun zu meiner Frage: 2014 hatte ich ein LZ-EKG (~ 130 VES, ~ 300 SVES). Vor zwei Jahren habe ich vermehrt ES wahrgenommen. Es wurde ein 3-tägiges LZ-EKG (316 VES, 7 SVES, 1 Couplet) und ein Belastungs-EKG (vereinzelt VES bei 175 Watt), daraufhin wurde ich zum Kardiologen überwiesen der einen Ultraschall machte. Organisch alles top, kein Hinweis für eine strukturelle Herzerkrankungen) Auch in der Familie gibt es außer Vorhofflimmern bei meinem Vater keine Herzerkrankungen bzw. plötzliche Herztode im jungen Alter. Nun war ich während eines Magen-Darm-Infektes beim HA da ich vermehrt ES bemerkt habe. Er verordnete Kalinor zum Elektrolytausgleich und hat eine Woche später ein LZ-EKG (24h) gemacht. Dort waren 229 VES und 409 SVES drauf. Keine Couplets etc. Bedingt durch meine Angst nehme ich die ES extrem war und habe das Gefühl als ob das Herz jeden Moment stehen bleibt oder das Stolpern in Kammerflimmern übergehen könnte. Mein HA meint, das passiert nicht und es sind auch nicht so viele ES… Blutwerte sind alle im Normbereich. Die ES treten meist auf, wenn ich normal aktiv bin während sie abends in Ruhe verschwinden (bin w, 39 Jahre, 3 Kinder, Nichtraucher, normalgewichtig). Mich lässt die Sorge nicht los, dass es doch was Ernstes am Herz sein könnte… Kann es denn sein, dass zeitweise recht viele ES und dann wieder wenige auftreten? LG

Expert:in Prof. Dr. med. Thomas Klingenheben
23.03.2025, 18:15 Uhr

JA, das kann nicht nur sein, sondern das ist klassischerweise typisch. Klassischerweise typisch ist aber auch, dass die Extrasystolen gern durch Stress induziert werden, und eine Angststörung gehört definitiv dazu. Also ganz klar:
1) die Rhythmusstörung ist harmlos, insbesondere auch die geringe Zahl (wir fangen als Kardiologen an, uns Gedanken zu machen, wenn es 25 bis 30 Tsd pro 24 h sind!).
2) die Prognose ist daher als gut zu bezeichnen
3) im Vordergrund sollte in Ihrem Fall eindeutig und ausschließlich eine gute Behandlung der Angststörung, stehen - hingegen sind weitere kardiologische Abklärungen nicht nur sinnlos, sondern auch nicht indiziert, sie verstärken nämlich ggf auch die Symptome der Herzneurose.

mfG
T. Klingenheben

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