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Grosse Sorge EKG

Autor
Datum
Melasci
02.06.2017, 20:00 Uhr

Sehr geehrter Herr Doktor

Ich mache mir große Sorgen um meinen Mann. Er ist 52 Jahre, normalgewichtig, hat einen gut eingestellten Bluthochdruck, macht etwas Krafttraining. Hat bis vor 2 Jahren geraucht.

Nun hat er seit 6 Wochen plötzlich Atemnot und Enge nach Belastung. Deswegen waren wir gestern beim Kardiologen mit folgendem Ergebnis:

KHstungsindudzierte kammerentteilveränderung in allen Ableitungen

Beginnende cor. Hypertensivum Arterielle Hypertonie

Belastungsdyspnoe

Ruhe EKG

Normfrequenter Sinus Rhythmus, Indifferenztyp, inkompletter Rechtsschenkelblock, regelrechte R Progression über der Vorderwand, kein Q, keine Erregungsrückbildungsstörung

Belastung EKG

Stufenweise Belastung bis 200 Watt. Abbruch wegen ST Streckensenkungen in allen Ableitungen. Dabei maximaler Anstieg der Herzfrequenz auf 125 entsprechend und 80 Prozent des Solls. Maximaler Blutdruck 190/95. Der Patient verspürt nach Beendigung der Untersuchung ein thorakales Druckgefühl und Atemnot.

Echo

Normal dimensionierter linker Ventrikel mit normaler homogener, leicht Träger Kontraktilität ohne regionale Wandbewegungsstörungen. Leichte Linksherzhypertrophie (IVS 11mm). Linkes Atrium normal dimensioniert. Normal weites proximales Aortenrohr. Klappen morpgologisch funktionell unauffällig. Rechte Herzhöhlen unauffällig, keine Rechtsherzbelastungszeichen.

Jetzt soll eine Herzkatheteruntersung mit Verdacht auf KHK.

Ich habe WAHNSINNIGE Angst, dass mein Mann schwer herzkrank ist und seine Lebenserwartung sinkt. Er ist doch erst 52.

Wie schätzen Sie den Befund ein?

Ganz liebe Grüße und vielen Dank
Melanie

Dr. med. Ingo Bläse
03.06.2017, 17:37 Uhr

Sehr geehrte Frau Melanie,

die Befunde und die Beschwerden Ihres Mannes lassen die die Empfehlung einer Herzkatheter Untersuchung sinnvoll erscheinen. Die Untersuchung und den Befund sollten Sie vorerst abwarten. Die Prognose ist mit dem Ergebnis viel besser abzuschätzen. Den Befund und etwaige Konsequenzen sollten Sie in aller Ruhe mit dem behandelnden Kardiologen besprechen.

Gut ist, dass das Herz Ihres Ehemannes laut den Befunden noch keinen Schaden genommen hat. Wichtig für die Zukunft ist sicherlich unabhängig vom Ergebnis der Koronarangiographie eine optimale Einstellung der Risikofaktoren (Blutdruck, Cholesterinwerte) und regelmäßige sportliche Aktivität, die auf eine Verbesserung der Ausdauer gerichtet ist.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. I. Bläse

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