Das Expertenforum

Herz-Belastung

Autor
Datum
Paul
26.04.2015, 18:02 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich, 67 j., Lebenszeitsportler, musste mich vor ein paar Tagen einer Herzkatheteruntersuchung unterziehen. Im Zuge der Gespräche mit den Ärzten warnte man mich vor einer zu hohen Belastung beim Radfahren, denn dadurch könnte es zu Vorhof-flimmern kommen.

Ist eine zu hohe Belastung in meinem Alter also wirklich eine Gefahr? Wie kann ich verhindern, dass die Belastung beim Radfahren zu hoch wird? Welche Werte sind relevant, und wie kann ich sie messtechnisch erfassen ?

Vielen Dank und freundliche Grüße

Dr. med. Jürgen Fritsch
27.04.2015, 12:24 Uhr

Sehr geehrter User,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Basis für die Aussage der Kollegen, sind Erkenntnisse, dass Sportler, die über viele Jahre oder Jahrzehnte intensiven Ausdauersport betrieben haben, ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Vorhofflimmern aufweisen. In der Normalbevölkerung ist das Risiko für Vorhofflimmern in Abhängigkeit vom Alter ansteigend. Die Ursachen, die beim Sportler zu einem erhöhten Risiko führen, sind noch nicht ganz geklärt.

Verschiedene Mechanismen werden diskutiert, das würde hier aber zu weit führen. Ob eine Reduktion ihrer sportlichen Aktivitäten, insbesondere der Belastungsintensität, wieder zu einer Reduktion ihres persönlichen Risikos führt, ist nicht bewiesen. Möglicherweise sind auch jetzt schon Veränderungen am Herz vorhanden, die sich gar nicht wieder zurückbilden.

Eine konkrete Empfehlung zu bestimmten Belastungsintensitäten ist somit nicht möglich. Was hat die Herzkatheteruntersuchung ergeben? Wenn sie herzgesund sind, sollten Sie auch uneingeschränkt sporttauglich sein. Ich bin selber aktiver Leistungssportler und werde selbst in Kenntnis dieser wissenschaftlichen Daten an meinem Training nichts ändern, solange keine Beschwerden auftreten. Wenn das Risiko für Vorhofflimmern in ihrer Altersgruppe im Durchschnitt bei 3-5 % liegt, könnte es bei Ausdauersportlern vielleicht bei 5-7 % liegen, das bedeutet aber auch, dass es bei 93-95 % der Sportler nicht auftritt.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Jürgen Fritsch

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