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Herzrhythmusstörungen in der Nacht

Autor
Datum
KristinaF114
31.01.2021, 05:27 Uhr

Liebe Experten, ich habe schon seit Jahren mit HRS zu kämpfen. Es vor kurzem wurde mein Herz wieder geschnallt usw und ein LZ-EKG von 72 Std wurde gemacht. Es wurden Extrasystolen festgestellt, die nicht gefährlich sein sollen. Ich nehme seit ich 18 bin Metroprolol. Eine halbe am Tag. Ich bin vor ca 4 Monaten auf Nebilet umgestiegen. Die Rhythmusstörungen wurden tagsüber weniger dafür sind sie jetzt teilweise die ganze nacht über oder ich Wache davon aus dem Schlaf auf. Ich träume quasi davon HRS zu haben, wache davon auf und habe dann tatsächlich noch einige Minuten oder länger Herzstolpern. Manchmal die ganze nacht über alle paar Minuten, so dass ich kaum noch in den Schlaf finde und bis morgens wach liege.. Ich habe im Moment jeden Abend Angst einzuschlafen und wieder vom Herstolpern aufzuwachen. Ich habe Angst, es könnten gefährliche Rhythmusstörungen sein, da sie so heftig sind, dass ich davon aufwache. Was könnten diese Rhythmusstörungen aus dem Schlaf/Traum heraus bedeuten? Können Sie gefährlich werden und mein Herz zum Stillstand bringen? Organisch sagt man, sei mein Herz in Ordnung. Ich bin 34, Nichtraucherin. Und leide gelegentlich unter leichten Angststörungen und Panikattacken. (die durch HRS in jungen Jahren ausgelöst wurden) Vielen Dank im Voraus.

Dr. med. Ingo Bläse
01.02.2021, 18:42 Uhr

Sehr geehrte Frau KristinaF114,
bei Ihnen muss man Ursache, Prognose und Symptomatik mit deren jeweiligen Einfluss auf eine mögliche Therapie betrachten.

Die Ursache scheint bei Ihnen nicht geklärt und kann auch häufig bei Herzrhythmusstörungen nicht letztendlich geklärt werden. Wichtig ist, dass eine relevante Herzerkrankung ausgeschlossen wurde. Die Suche nach der Ursache ist auch wichtig, da diese bestimmte Therapieoptionen ermöglicht oder ausschließt.

Der Ausschluss einer Herzerkrankung ist wichtig, da durch eine zugrunde liegende Herzerkrankung häufig die Prognose bestimmt wird. Zusätzlich wird die Prognose durch die reine Quantität und auch Qualität der Rhythmusstörungen bestimmt.

Auch die Symptomatik bestimmt die Therapieindikation. Mancher Mensch hat 10.000 Extraschläge und merkt sie nicht. Ein anderer hat 50 Extraschläge am Tag und leidet sehr darunter.

Also, je kränker das Herz, je besser die Rhythmusstörungen zu behandeln sind, je problematischer die Rhythmusstörungen für die Prognose sind und je mehr der Mensch darunter leidet, desto notwendiger ist eine spezifische Therapie, die sehr unterschiedlich sein kann. Diese kann aus Medikamenten, einer Ablation oder auch einer psychokardiologischen Intervention bestehen.

Sie sehen, es handelt sich um ein vielschichtiges Problem und Sie müssen alle diese Aspekte mit den Sie behandelnden Ärzten besprechen.

Ein Trost zum Schluss. Wenn das Herz gesund ist, ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Herz plötzlich aufhört zu schlagen verschwindend gering.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. I. Bläse

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