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Herzstolpern Ursache Psyche?

Autor
Datum
Luisa237
04.12.2018, 11:42 Uhr

Hallo,
Habe seit 4 Monaten Herzstolpern. Es wurden Untersuchung gemacht die ergaben mein Herz sei gesund. Zig EKGs, Belastungs-EKG, Ultraschall mit doppler. Alles o.b
Auf meinen beiden Langzeit EKGs hatte ich im Schnitt 54 VES und 1300 SVES. Wie würden sie die Anzahl einordnen ist das absolut in der Norm eines gesunden Herzens? Am meisten Sorgen machen mir die 54 VES, das diese in kammerflimmern münden könnten beim Sport.
Ist es möglich, dass die Psyche bei vermehrter Sensibilisierung auf das eigene Herz und Angst im Unterbewusstsein, diese Extraschläge sogar auslösen kann? Und ich meine nicht dass man schon da gewesene mehr spürt sondern die Psyche wirklich diese öfter werden lässt? Ich habe manchmal morgens ein einziges gepolter, wo ich auch merke ich bin angespannter. Und dann wieder wie heute und gestern gar nichts. Wo ich merke ich bin gelassener. Wäre Wahnsinn wenn die Psyche das könnte.
Ich habe so angst (auch wenn unbegründet) eine Myokarditis als Verursacher meiner Extrasystolen zu vermuten. Hatte aber keine Anzeichen im Sommer. Keine Schwäche (habe Sport gemacht) kein gar nichts. Ich war absolut belastbar. Hatte im Mai einen normalen Schnupfen der mich mal eine Woche dazu gezwungen hat meinen Sport auszusetzen, war auch kein Problem. Im August also 3 Monate später, bemerkte ich vereinzelte Stolpern, das dann durch die Angst und das googlen immer mehr wurde. Wie ist das bei einer Myokarditis? Man müsste diese doch auf dem Ultraschall sehen bzw. spricht die Anzahl meiner Extraschläge für eine Myokarditis? Und kann eine Myokarditis wirklich komplett ohne ein Symptom verlaufen? Habe da totale Angst. Die mir ein Kardiologe mal mit Argumenten nehmen müsste. Meiner kann das leider nicht, er schiebt alles sofort auf die Psyche und gibt mir keine Erklärungen.
Gruß
Luisa S.

angelika.guth
04.12.2018, 15:14 Uhr

Liebe Louise, bei jedem herzgesunden Menschen treten ab und zu Extraschläge auf. Sowohl ventrikuläre als auch supraventrikuläre Extrasystolen. Oft nimmt dieses Phänomen bei Stress, Aufregung oder Angst zu. Sofern die Untersuchungen beim Kardiologen in Ordnung waren, kann man davon ausgehen, dass Sie herzgesund sind. Auch dabei darf das Herz ab und zu stolpern. Das ist vollkommen normal. Wenn man seine Wahrnehmung sehr stark auf dieses Thema lenkt, kommt einem alles noch viel schlimmer vor. Das ist so ähnlich wie wenn Sie einen kleinen Fleck auf dem Fußboden zu Hause haben. Der ist vollkommen harmlos und keine Ihrer Freunde sieht den. Wenn Sie aber immer die Aufmerksamkeit darauf lenken, sehen Sie vor lauter Fleck gar nicht mehr, wie schön Ihre Wohnung eigentlich ist. Das Unterbewusstsein spielt uns dann einen Streich und lässt etwas, was eigentlich unbedeutend und harmlos ist plötzlich bedrohlich erscheinen.
Eine schwere Myokarditis geht übrigens mit Veränderungen einher, die man im Ultraschall deutlich sieht. Das haben Sie sicher nicht. Eine leichte Herzbeteiligung im Rahmen eines Infekts ist dagegen eine häufige, harmlose Angelegenheit. Das Herz reagiert dann ein bisschen beleidigt und beruhigt sich nach einer Zeit.
Also alles gut, auch ein gesundes Herz darf mal stolpern, es ist schließlich keine Maschine - zum Glück.

angelika.guth
04.12.2018, 15:16 Uhr

… hallo Louise, ich bin versehentlich auf "senden" gekommen. Wollte noch sagen, dass eine leichte Herzbeteiligung beim Infekt nichts Ungewöhnliches ist. Das lässt sich im Nachhinein gar nicht klar sagen, ob Sie sowas hatten oder nicht. Ist auch absolut harmlos und nicht behandlungsbedürftig. Extraschläge, die in diesem Zusammenhang entstehen verschwinden nach einer Weile von ganz alleine.

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