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immer wieder Herzbeschwerden

Autor
Datum
HaraldN
26.03.2020, 12:15 Uhr

Guten Tag, vielleicht können Sie mir weiterhelfen: vor 4 Wochen habe ich beim Laufen nach ca. 20min. Belastung (bereits) bekannte Extrasystohlen gespürt, hierbei bin ich mit einer Pulsfrequenz von ca. 170 1/min unterwegs gewesen. Ich habe mittels Finger an der Halsschlagader versucht, die Extrasystolen genauer zu spüren, habe jedoch zu stark gedrückt - die HF sackte schlagartig ab. Ich bin 5 min lang nach Hause gegangen (nicht mehr gelaufen). Zuhause stellte sich dann in Ruhe Herzrasen mit Panik ein; die HF ging hierbei auf 140 1/min. Darauf hin kam ich zum Hausarzt (Ruhe-EKG OK), danach ins KH - EKG sowie Troponin High Sensitive Test ebenfalls ohne Befund; danach wurde ich entlassen. Seit diesem Eregnis habe ich einen sehr niedrigen Ruhepuls (zwischen 52-58 1/min); weiters leide ich an einem leichten Schwankschwindel . 3 Tage nach diesem Ereignis war ich beim Internisten -> Ruhe-EKG sowie Belastungs-EKG ohne Befund; Diagnose: herzgesund. Letzte Woche wagte ich einen neuen Versuch: ich für eine Stunde mit dem Rennrad bei einer durchschnittlichen HF von 170 1/min. Gegen Ende der Tour wieder Extrasystolen sowie anhaltend hoher Puls nach der Belastung in Ruhe (HF um 100, mit Angstgefühl). Kann mein HWS-Syndrom dahinter stecken? Reichen die gemachten Untersuchungen aus? Danke!

Dr. med. Ingo Bläse
29.03.2020, 15:16 Uhr

Sehr geehrter Herr HaraldN,

beides eher "nein". Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein HWS-Syndrom die von Ihnen beschriebenen Beschwerden verursacht und in Anbetracht der Symptomatik und Ihrer Verunsicherung empfehle ich auch eine weitere Abklärung.

Es scheint bei Ihnen ein neues Problem aufgetreten zu sein. Zuerst sollte man sich fragen, ob eine sonstige gesundheitliche Veränderung eingetreten ist. Denkbar wäre z.B. ein Infekt oder eine sonstige Problematik, die von Ihrem Hausarzt abgeklärt werden kann.

Die nächste Frage ist, ob es sich bei der hohen Herzfrequenz um eine Sinustachycardie oder ob es sich bei Ihnen um eine stressgetriggerte bzw. belastungsabhängige supraventrikuläre Tachycardie handelt. Zur weiteren Differenzierung wäre ein Langzeit-EKG sinnvoll. Während der Analysezeit sollten Sie dann versuchen, die Beschwerden zu provozieren. Eine Echokardiographie zum Ausschluss einer strukturellen Herzerkrankung halte ich gleichfalls für sinnvoll.

Eine weitere Frage, die sich mir aufdrängt ist, ob Sie Ihr Training richtig steuern oder ob Sie sich vielleicht überlasten.

Zusammenfassend empfehle ich Ihnen die Zusammenarbeit mit Ihrem Hausarzt und die Kontaktaufnahme mit einem rhythmologisch und sportmedizinisch versierten Kardiologen.

Eine weitere Analyse Ihrer Probleme ist aus Ihren Schilderungen in diesem Portal leider nicht möglich.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. I. Bläse

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