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Instabile Angina Pectoris?

Autor
Datum
Oulu
24.10.2015, 11:36 Uhr

Ich habe seit vier Jahren immer wieder drückende Schmerzen hinter dem Brustbein. Ich bin schon dreimal in Herzzentrum Bad Krozingen gewesen und jedes Mal hieß es: "Sie haben nichts am Herzen. Was wollen Sie hier?" Alle Untersuchungen ergaben gute Ergebnisse. Das EKG und Labor zeigen keine Auffälligkeiten. Aber vor den Untersuchungen hatte ich schon Glyceroltrinitrat eingenommen und hatte daher keine Schmerzen mehr. Es heißt meistens: Blutdruckentgleisung.

Seit Sommer 2015 hat die Intensität zugenommen und wenn ich Glyceroltrinitrat einnehme, sind die Beschwerden nach einigen Minuten vorbei. Ich habe einen Cholesterinwert, der über 300 liegt. Mein Blutdruck ist etwas erhöht. Meine Familie leidet an Herzkrankheiten. Ich nehme Diltiazem ein.

Mein Hausarzt meint, es seien kleine Blutgefäße im Herzen, die sich zusammen ziehen und ich solle Glyceroltrinitrat einnehmen. Was kann ich tun? Ich bin bald 62 Jahre alt.

Dr. med. Karl-Friedrich Schmitz
24.10.2015, 18:57 Uhr

Sehr geehrter Nutzer des Forums,

wenn Sie angeben, bereits mehrfach in einem Herzzentrum gewesen zu sein, gehe ich davon aus, dass dort bereits eine umfangreiche Diagnostik, wahrscheinlich sogar mittels Herzkatheter, durchgeführt wurde und eine stenosierende Veränderung der großen Herzkranzgefäße ausgeschlossen wurde.

Unter dieser Voraussetzung vermute ich, dass Ihre Beschwerden entweder durch Blutdruckentgleisungen oder durch eine Veränderung der kleinen Herzkranzgefäße (sog. Mikroangiopathie) bedingt sind. Beide Konstellationen sprechen gut auf Glyceroltrinitrat an. Daher sollten Sie mit Ihrem Hausarzt oder Ihrem Kardiologen besprechen, eine Nitrattherapie in ihre Medikation aufzunehmen.

Es gibt zudem noch andere medikamentöse Möglichkeiten, z.B. Betablocker statt Diltiazem oder auch andere Gefäßdilatatoren. Das muss bei Ihnen individuell überlegt und eingesetzt werden. Zudem erscheint mir Ihre Stoffwechselsituation nicht zufriedenstellend. Die Lipidwerte durch Bestimmung von HDL- und LDL-Cholesterin sollten näher untersucht werden und hier sollte gegebenenfalls neben diätetischen Maßnahmen auch eine entsprechende medikamentöse Senkung angestrebt werden.

Viele Grüße
Karl-Friedrich Schmitz

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