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Medikation Bluthochdruck

Autor
Datum
Flockeede
13.12.2016, 20:35 Uhr

Seit 4 Jahren habe ich bei meinem Blutdruck mit 1 x Telmisartan 40mg gute Werte gehabt. Seit September hatte ich dann Werte zwischen 150-170/105-98. Hochdruckattacken treten meist in der Nacht zwischen 3.00 und 5.00 Uhr auf.

Blutuntersuchung (Kreatinin/Schilddrüse) zeigen normale Werte, Diabetes Typ 2 ist gut eingestellt, ein EKG sowie eine Echo-Kardiografie des Herzens waren unauffällig. Eine 24-Std.Blutdruckmessung zeigte aber die erhöhten Werte in den frühen Morgenstunden. Derzeitige Medikation vom Hausarzt:

6:00 Uhr – 1 x L-Thyroxin 75mg / 7:30 – ½ MetoHexal 47,5 mg /8:30 – ½ Metformin 500mg

18:00 – ½ Metformin 500mg / 19:30 – ½ MetoHexal

47,5 mg / 22:00 -1 x Telmisartan á 80mg

23:00 – 1 x Moxonidin 0,2 mg

Tagsüber erreiche ich gute Werte, aber 2-3 x in der Woche wache ich zwischen 2:00-3:00 Uhr mit Herzklopfen und einem Rauschen in den Ohren auf. Liege dann mit erhöhtem Oberkörper und es wird nach einiger Zeit besser. Nach dem Aufstehen sind die Werte bei 150-160/90 und Puls zwischen 61-65. Kurze Zeit später pendelt sich der BD auf Normalwerte ein.

Der Internist, bei dem die Echo-Kardiografie gemacht wurde meinte, ich sollte die Moxonidin weglassen. Das habe ich getan und ich hatte eine Woche keine Probleme. Doch gestern und heute Nacht bin ich wieder munter geworden durch erhöhtes Herzklopfen und Unruhe. Habe eine Moxodinin genommen, aber die half nicht wirklich.

Wäre es ratsam, die Moxonidin abends wegzulassen und die MetoHexal nicht geteilt früh und abends, sondern als ganze Tablette früh zu nehmen? Oder haben Sie eine Empfehlung, was geändert werden könnte, damit ich nicht diese Spitzen in der Nacht habe und vielleicht durch ein Kombipräparat nicht so viele male Tabletten nehmen muss?

Für Ihren Rat herzlichen Dank!

Dr. med. Karl-Friedrich Schmitz
18.12.2016, 16:15 Uhr

Sehr geehrter Nutzer unseres Forums,

vielen Dank für die Anfrage. Die medikamentöse Blutdruckeinstellung ist eine wichtige Maßnahme, die sich immer an den individuellen Erfordernissen des Patienten, der oft sehr unterschiedlichen Reaktion auf die verschiedenen Substanzgruppen und der Verträglichkeit im Einzelfall ausrichten muss. Erfreulicherweise stehen uns ja hierzu verschiedenste Substanzen mit oft bereits jahrzehntelanger Erfahrung in der Anwendung zur Verfügung. Allerwichtigste Maßnahme ist dabei die tatsächlich regelmäßige Einnahme, denn ein unbehandelter Bluthochdruck ist oft viel gefährlicher als die vermeintlichen Nebenwirkungen der Präparate.

In Ihrem Fall muss man also ebenfalls schauen, wie die Medikation zusammenpasst, wie sie vertragen wird und wie die Blutdruckeinstellung ist. Das zentral wirksame Moxonidin gehört zwar nicht zur klassischen first-line Medikation, ist aber oft ein guter Kombinationspartner, wenn die bisherige Medikation nicht ausreicht. Dabei muss beachtet werden, dass die herzfrequenzsenkende Wirkung des Moxonidins sich mit der ebenfalls frequenzsenkenden Wirkung des Betablockers nicht zu sehr addiert. Trotzdem kann die Kombination manchmal sinnvoll sein, insbesondere wenn wie bei Ihnen Herzklopfen und Herzrasen auf eher zu hohe Herzfrequenzen schließen lässt.

Besprechen Sie daher die Medikation mit dem Arzt Ihres Vertrauens, führen Sie Selbstmessungen durch und überprüfen die Wirkung auch mit 24-h-Messungen. Machen sie sich aber bitte auch klar, dass der Blutdruck nie wie mit dem Lineal auf einen Wert glattgezogen werden kann sondern gewisse Schwankungen und kurze Ausreißer nach oben und unten unvermeidlich sind.

In diesem Sinne gehe ich fest davon aus, dass auch bei Ihnen eine gute Blutdruckeinstellung gefunden werden kann.

Viele Grüße
K.F. Schmitz

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