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Missglückte Ablation

Autor
Datum
Locke1763
20.07.2015, 20:48 Uhr

Hallo,

ich bin 52 Jahre alt und leide seit meiner ersten Schwangerschaft im Jahr 1981 immer wieder mehr oder weniger an Extrasystolen und Herzrasen. Ich habe mir dadurch eine Angstpsychose zugezogen. 2014 hatte ich tagelang fast durchgehend Extrasystolen und Herzrasen, die aber noch auszuhalten waren. Der erste starke Anfall von Herzrasen war im Februar 2015 und ging über mehrere Tage und Stunden. Ich wurde mit Medikamenten eingestellt.

Bisoprolol 5 mg 1-0-1
Flecainidacetat 100mg 1-0-1

Damit kam ich dann gut aus. Im Juli bekam ich dann einen Termin zur Ablation. Drei Tage vor dem Eingriff sollte ich die Medikamente absetzen, was ich auch tat.

Während des Termins wurde mit den stärksten Medikamenten versucht diese zusätzliche Leitungsbahn zum "Ausrasten" zu bringen, um diese Stelle veröden zu können. Aber es ließ funktionierte nicht, das Herz ließ sich nur drei Mal für vier Schläge aus dem Rhythmus bringen. Und das wäre zu kurz gewesen. Die Ärzte sagten dann, dass es bei mir nicht funktionieren würde. Auch ein zweiter Versuch wäre nicht erfolgreich. Nun nehme ich nur noch Bisoprolol (0-0-1) und soll Flecainidacetat ständig bei mir tragen, um sie bei Bedarf nehmen zu können. Sie würden dann innerhalb von 20 Minuten wirken. Bei dieser Medikation habe ich nun trotzdem immer Extrasystolen und auch kurzes Herzrasen bei 120 Schlägen pro Minute. Es wäre nicht schlimm, sagen die Ärzte, aber es macht einem auch ständig Angst. Nun meine Frage:

Kann man, wenn das Herz wieder rast, nochmals eine Ablation versuchen, wenn man z.B., die Medikamente länger, ca. zwei Wochen vorher, absetzt? Ich denke, dass es dann auch klappen würde, denn jetzt ist ja auch wieder alles ziemlich unruhig. Oder ist es wirklich sinnlos? Ich hoffe, sie werden aus meinen Text schlau und hoffe auf eine super Antwort.

Mit herzlichen Grüßen
S.P.

Dr. med. Peter Zündorf
22.07.2015, 10:12 Uhr

Hallo,
aus der Ferne und ohne genauere Diagnosen und Unterlagen kann ich nur begrenzt etwas dazu sagen.
Grundsätzlich folgen Sie derzeit einer etablierten Therapie und hatten das auch vor der Ablation getan, damals allerdings deutlich intensiver und - nach Ihren Angaben zu schließen - auch effektiver. Warum kehren Sie nicht zurück zu Bisoprolol 5 mg 1-0-1 und Flecianid 100 mg 1-0-1?
Ablationen sind tatsächlich nicht immer eine sinnvolle Alternative und wirken in vielen Fällen auch nicht zu 100% sicher. Nach der obigen Aussage der Kollegen würde ich darauf nicht weiter setzen.
Sie erwähnen eingangs eine Angststörung/-erkrankung im Zusammenhang mit dem Herzrasen. Sie wissen also, dass Ihre Ängste eigentlich unangemessen stark sind, aber Sie bekommen sie nicht in den Griff.
Haben Sie mal an eine zumindest kurze psychotherapeutische Krisenintervention gedacht?
Das würde ich Ihnen zusammen mit o.g. Medikation nahelegen.
Die Angst ist für Sie vermutlich schlimmer als die Herzerkrankung "Herzrhythmusstörungen".
Ich wünsche Ihnen gute Besserung.
Dr. Peter Zündorf, Hannover

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