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Plötzliches Herzrasen für einige Sekunden

Autor
Datum
StarsDancer91
23.07.2015, 14:34 Uhr

Guten Tag,

Ich bin 24 Jahre alt und weiblich. Ich schrieb schon vor einigen Wochen, dass ich mehrmals in der Notaufnahme war, da ich Herzrasen hatte (meist um die 130/140 Schläge pro Minute) und auch sonst tagsüber einen hohen Puls habe. Dieses wurde als psychosomatisches Problem bezeichnet. Bei mir wurden Herzultraschall, Langzeit-Blutdruck, Langzeit-EKG, etc. gemacht, wobei nichts festgestellt werden konnte. Ich habe sehr oft Schmerzen in der Brust, bekomme dadurch Panik, werde nachts davon wach oder kann erst gar nicht einschlafen. Nun meine eigentliche Frage: Die meisten Ärzte sagen, ich sei herzgesund, jedoch geht meine Hausärztin eventuell von einer supraventrikulären Tachykardie aus, weshalb ich nächsten Monat zum Rhythmologen gehe. Der Grund hierfür liegt in einem gestrigen Erlebnis: Ich saß relativ entspannt da (habe mir aber Sorgen um meine Beziehung gemacht), als ich plötzlich für einige Sekunden extremes Herzrasen bekam. Gehen Sie nun davon aus, dass die Schmerzen und das Herzrasen psychosomatisch bedingt sind oder doch etwas Organisches vorliegt? Die Ergebnisse des Langzeit-EKGs habe ich heute bekommen und ich hatte tagsüber gehäuft eine leichte Tachykardie von bis zu 121 Schlägen pro Minute und eine Nachtsenke von 55 Schlägen pro Minute. Die Hauptfrage ist, ob hinter dem plötzlichen Herzrasen etwas Schlimmes steckt oder ob es psychosomatisch ist, wovon viele ausgehen.

MfG

Dr. med. Jürgen Fritsch
27.07.2015, 15:05 Uhr

Sehr geehrte Patientin,

das hört sich auch für mich nach einem psychosomatischen Krankheitsbild an. Eine Gefahr wird von dem Befund wahrscheinlich nicht ausgehen. Der Begriff Psychosomatik beschreibt ja gerade den Zusammenhang zwischen psychischen Vorgängen, wie Gedanken, Ängsten, Verstimmung usw. und somatischen also organischen Beschwerden. Natürlich müssen andere organische Ursachen abgeklärt werden. Dafür sind ja schon die erwähnten Untersuchungen durchgeführt worden. Ob der Rhythmologe noch etwas anderes findet, muss man abwarten, ansonsten sollten Sie sich tatsächlich in die Hand eines Kollegen begeben, der auf psychosomatische Krankheitsbilder spezialisiert ist.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Jürgen Fritsch

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