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Probleme beim Blutabnehmen

Autor
Datum
Ulli
13.04.2018, 12:11 Uhr

Guten Tag,

ich habe glücklicherweise keinen Herzinfarkt erlitten. Trotzdem hoffe ich, dass ich hier evtl. einen Hinweis erhalten kann, warum ich beim Blutabnehmen extreme Symptome zeige.

Ich habe seit ca. 3 Jahren einen Rechtsschenkelblock. Dazu schlossen meine Herzklappen nicht richtig. Es heißt, Blut würde aus dem Herzen wieder zurückfließen. Vor dem Block hatte ich keine Beschwerden beim Blutabnehmen. Jetzt sieht es so aus, dass ich beim Blutabnehmen vor ca. 3 Jahren fast bewusstlos geworden bin, als mir 6 Röhrchen abgenommen wurden (hatte vorher kein Problem damit). Später, bei geringeren Mengen, hatte ich einen Druck in der Brustmitte. Zuletzt kam noch hinzu, dass sich mein Hals angeschwollen hat beim Blutabnehmen. Die Symptome bekomme ich nicht danach. Es geht mir auch nicht schlecht, wenn ich dann aufstehe. Aber ich glaube, wenn mir letztes Mal noch mehr Blut abgenommen worden wäre (es waren 3 Röhrchen), wäre mein Hals ganz zugegangen. Die Probleme habe ich während der Blutabnahme. Nicht danach.

Ich habe Hashimoto und eine Hiatushernie. Könnten hier evtl. Zusammenhänge bestehen? Ich finde keine informativen Antworten. Es heißt meistens, es wäre ein psychisches Problem.
Hatte nie Probleme beim Blutabnehmen. Kann auch Blut sehen. Jetzt kriege mittlerweile schon Angst vorm Blutabnehmen.

Mit freundlichen Grüßen
Ulli

Dr. med. Jürgen Fritsch
16.04.2018, 13:28 Uhr

Hallo Ulli,

vermutlich handelt es sich um eine Reaktion des sogenannten vegetativen Nervensystems. Das vegetative Nervensystem reguliert im Hintergrund und völlig unbewusst sowie kaum willkürlich steuerbar zahlreiche Körperfunktionen. Unter anderem auch den Blutdruck und die Herzfrequenz. Dieses System reagiert auch auf verschiedenste Reize von außen. Das kann zum Beispiel ein Schmerzreiz sein aber auch was ekelhaftes (für manche Leute eben Blut). Dann fällt der Blutdruck aber und/oder das Herzschlägt ganz langsam. Für diese Reaktion kann niemand etwas. Wir haben auch verschiedene Patienten in der Praxis, von denen wir wissen, dass sie anfällig reagieren. Wir nehmen das Blut dann im Liegen ab, dann kann nichts passieren.
Mit der Hashimoto und der Hiatushernie hat das sicher nichts zu tun.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Jürgen Fritsch
Facharzt für Innere Medizin/Kardiologie
Psychotherapie und Sportmedizin

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