Puls geht bei Belastung kaum hoch
Guten Tag,
ich hatte immer eher einen hohen Puls. Stress, körperliche Anstrengung und auch in Ruhe, für mich war ein recht hoher Puls immer normal.
Mitte letzten Jahres ging es mir schlecht, beim Arzt wurde hoher Blutdruck festgestellt. Es wurde Langzeit-EKG und -Blutdruck gemacht, beim Kardiologen Herzecho. Keine krankhaften Befunde außer hoher Puls, hoher Blutdruck.
Aktuell nehme ich morgens 5mg, abends 2,5mg Ramipril ein und eine Trmocardin Duo am Morgen gegen Extrasystolen.
Jetzt ist es seit einiger Zeit so, dass mein Puls ungewöhnlich niedrig ist. Im Sitzen ist er meist so um die 70, mal etwas drunter.
Soweit alles in Ordnung, aber mir fällt auf, auch wenn ich mich körperlich belaste, z.B. Sport, Wandern, körperliche Arbeit, bleibt mein Puls ungewohnt niedrig.
Früher reichte etwas Anstrengung und ich war bei 100 Puls. Jetzt komme ich bei vergleichbarer Anstrengung auf gute 80 Puls. Ich schwitze seitdem auch deutlich weniger als vorher.
Allerdings macht es mir auch etwas Sorgen, denn der Puls sollte ja bei Belastung hochgehen. Ich traue mich gar nicht mehr so richtig, mich zu fordern, weil ich Sorge habe, das langsam schlagende Herz schafft es dann nicht, genug Blut und Sauerstoff durch den Körper zu transportieren.
Mache ich mir hier zu Recht Sorgen oder soll ich mich einfach an einem langsameren Puls und mehr innerer Ruhe erfreuen?
Dr. med. Jürgen Fritsch
Vielen Dank für Ihre Anfrage. Ich glaube, Sie machen sich unnötige Sorgen. Ein Ruhepuls von 70 ist ja völlig normal. Eigentlich ist ein flacherer Pulsanstieg unter Belastung auch Zeichen eines besseren Trainingszustandes. Machen Sie vielleicht mehr Sport oder haben mehr körperliche Aktivität als vorher? Ramipril hat keinen Einfluss auf den Puls. Das kann man ausschließen. Dass Ihr Herz es nicht schafft ausreichend Blut zu pumpen, ist ebenfalls extrem unwahrscheinlich. Bei einer Herzschwäche tritt das Gegenteil ein. Wenn das Herz keine ausreichende Kontraktionskraft hat und die Fördermenge pro Herzschlag (das Schlagvolumen) reduziert ist, hilft sich das Herz indem es schneller schlägt, also genau das Gegenteil von dem, was Sie beobachten.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. med. Jürgen Fritsch
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie
Psychotherapie, Sportmedizin