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Rhythmusstörungen durch Krafttraining?

Autor
Datum
HanlanCreek
28.09.2015, 21:55 Uhr

Ich habe in den vergangenen 15 Monaten mein Gewicht schrittweise um ca. 40kg gesenkt. Vor dieser Gewichtsreduktion hatte ich gehäufte ventrikuläre Extrasystolen und einen erhöhten Blutdruck. Mit fortschreitender Fitness sind die Extrasystolen immer weiter verschwunden, mittlerweile habe ich seit 3 Monaten keine objektiv wahrgenommenen Extrasystolen mehr und auch mein Blutdruck hat sich stark verbessert. Seit etwa 3 Monaten bin ich nun wieder aktiv im Fitnessstudio unterwegs. Seit geraumer Zeit fällt mir jedoch auf, dass mein Herz während der Belastungsphase "stottert". D.h., ich ziehe ein Gewicht auf mich zu oder drücke es hoch und dieses Gefühl durchschießt meinen Brustraum. Es führt zu keinerlei Einschränkung, aber hinterlässt ein ungutes Gefühl. Es tritt auch nur bei Übungen des Oberkörpers (Brust, Rücken, Schultern) auf und nur in der Belastungsphase des Muskels.

Ich bin körperlich sehr gut belastbar, laufe zweimal die Woche für 50 Minuten, um meine Ausdauer beizubehalten. Der letzte Termin beim Kardiologen (Herzultraschall, Belastungs-EKG) war im Mai und ohne Befund.

Haben Sie einen Rat, woran es liegen könnte?

Dr. med. Ingo Bläse
29.09.2015, 19:58 Uhr

Sehr geehrter Herr/Frau hanlancreek,

zuerst einmal herzlichen Glückwunsch zu der Umstellung der Lebensgewohnheiten mit Verbesserung der Blutdrucksituation und der Fitness. Wie auch Sie bemerkt haben, sind Herzrhythmusstörungen vermehrt bei Menschen/Patienten mit erhöhtem Blutdruck anzutreffen. Bei langer Dauer kann hoher Blutdruck sogar das Herz unumkehrbar schädigen.

Nun zu Ihrem aktuellen Problem. Als erster Schritt sollte mittels eines Langzeit-EKGs dokumentiert werden, was objektiv Ihren Empfindungen im EKG entspricht. Dann kann entschieden werden, ob es für Sie problematisch ist.

Möglich ist jedoch, dass bei starker Anstrengung und insbesondere bei isometrischer Kontraktion mit Pressatmung der Blutdruck massiv ansteigt und Ihr Herz wie früher mit Extrasystolen reagiert. Dies ist jedoch nur ein Verdacht, der abgeklärt werden sollte. Empfehlen möchte ich Ihnen neben der Abklärung, Belastungen zu unterlassen, die bei Ihnen zu Beschwerden führen.

Ich hoffe, Ihnen geholfen zu haben.

Dr. I. Bläse

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