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Rhytmusstörungen

Autor
Datum
Conny M.
31.07.2018, 15:56 Uhr

Hallo,
ich bin 52Jahre, 1,67m groß und 65Kg schwer.
Ich bin seit Juni 2017 Trägerin eines DDD Schrittmachers wegen eines AV Blocks 3. Grades.
Man hat bei mir die Diagnose einer undiff. Kollagenose gestellt und mit einer Immunsuppression begonnen. Unter Chloroquin wurden die Rhythmusstörungen schlimmer, es wurde umgesetzt auf Azathioprin im Nov.2017 und darunter besserten sich die Herzrhythmusstörungen. Ich kann eigene EKG Aufzeichnungen machen deshalb kann ich recht genaue Angaben zu den Störungen machen. Letzten Monat habe ich einen neuen Assistenzarzt in der Rheumatologie bekommen und dieser hat das Azathioprin aufgrund seiner Einschätzung nicht objektivierbare Kollagenose abgesetzt. ANA 5000.. fein ges. CardiolipinAK IGM 39, FFS70 pos, auch die Blutwerte wurden schlecht.. Es besteht noch weitere neurolog. Problematik.
In der Familienanamnese habe ich Schlaganfälle und Herzinfarkte in jungen Jahren. Mein EKG zeigt immer wieder Phasen in denen ich nicht belastbar bin; mit Vorhoftachycardien, Couplets, Triplets, Salven, zeitweise Bigeminus. Die VES haben sehr verschiedenes Aussehen. Unter dem Azathioprin waren die Rhythmusstörungen moderater. Jetzt habe ich Cardiotraining angefangen um zu versuchen, mein Herz wieder etwas zur Ruhe zu bringen, was mir aber nicht so richtig gelingt. Ich habe Angst in eine VT zu rutschen was laut einer Aufzeichnung im HSM schon einmal der Fall war "2Min.HF180.Mein Kardiologe hat im Dez. 2016 einen Herzkatheter durchgeführt (OB).Auch strukturell sollen keine Probleme von Relevanz vorhanden sein. Zurzeit nehme ich nur ASS100, Tromcardin compl .3x1. Mein Kardiologe ist ziemlich ratlos bei diesem bunten Bild und hat mir Bisoprolol 1,25 zum Ausprobieren verschrieben. Da mein RR aber eher niedrig und meine HF in der Nacht bis auf unter 40 Schläge geht habe ich etwas Angst davor. Haben Sie Vielleicht noch Ideen oder Ratschläge das Problem in den Griff zu bekommen?
Ich würde mich über eine Antwort mit Tipps sehr freuen da ich im Moment nicht weiß wie ich weiter machen soll. Mit freundlichen Grüßen Conny M.

Dr. med. Karl-Friedrich Schmitz
31.07.2018, 20:36 Uhr

Sehr geehrte Nutzerin dieses Forums,

vielen Dank für Ihre Frage. Ich muss in diesem Falle allerdings mitteilen, dass ich mich bei einem so komplexen Krankheitsbild in rheumatologischer und kardiologischer Hinsicht nicht in der Lage sehe, ohne Kenntnis der genauen Befunde eine Therapieempfehlung "aus der Ferne" zu geben. Sie sollten doch in Ihrem Falle darauf drängen, dass sich Kardiologe und Rheumatologe direkt in der Therapie absprechen. Vor einer Bradykardie unter Betablockern brauchen Sie allerdings keine Angst zu haben, der Schrittmacher verhindert ein zu starkes Absinken des Pulses Von der Seite her könnte man den Betablocker (wegen des Blutdrucks allerdings langsam) noch steigern.

Viele Grüße aus Ratingen

K. F. Schmitz.

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