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Stiller Herzinfarkt?

Autor
Datum
Roskosch
16.10.2015, 20:48 Uhr

Seit fast 9 Jahren ersetze ich den Mann im Haus, da mein Mann nach einem Mediainfarkt nur sehr kleine Arbeiten verrichten kann. Nachdem ich nun in den letzten Wochen sehr viele schwere Arbeiten im Haus erledigte, bin ich recht erschöpft. Das ist verständlich mit fast 61 Jahren, aber es wurde auch nicht besser, nachdem ich mir Vitamin B12-Ampullen kaufte. Ich bin müde, kann aber nicht schlafen, habe gelegentlich Übelkeit, besonders, wenn ich etwas Anstrengendes erledigte. Ich habe sogar manchmal Abscheu vor Nahrung, was bei mir unüblich ist, da ich selbst bei Krankheit essen kann. Ich bin übergewichtig (bei 1,60 m wiege ich 86 kg) und Diabetikerin. Ich nehme zweimal 1000 mg Metformin ein. Für den Blutdruck nehme ich Bisoprolol fumarat. Da mein linkes Schulterblatt schmerzt und heute auch noch Kopfschmerzen auftraten, die meiner Meinung nach von den Halswirbeln her kommen, habe ich Bedenken, dass es sich um einen kleinen Herzinfarkt handeln könnte.

Mein mit einem Manschettengerät gemessener Blutdruck liegt zurzeit bei 144/85, der Puls bei 86. Ich bitte um Ihre Ferndiagnose.

Danke!

B.

berrisch-rahmel
19.10.2015, 09:14 Uhr

Sehr geehrte Frau B. ,

vielen Dank für Ihre Frage. Eine "Ferndiagnose" ist natürlich nicht möglich. Gern können wir Ihre Beschwerden erläutern.

Prinzipiell ist so, dass auch Frauen gefährdet sind einen Herzinfarkt zu erleiden. Dies ist insbesondere nach der Menopause der Fall, wenn der Hormonschutz entfällt. Besonders gefährdet für kardiovaskuläre Erkrankungen sind Menschen, die Risikofaktoren aufweisen. Hier sind zu nennen:

Diabetes mellitus, Übergewicht, arterielle Hypertonie, Bewegungsarmut, Fettstoffwechselstörung und Rauchen.

Die Risikofaktoren können, wie bei Ihnen, medikamentös behandelt werden. Zudem sollten regelmäßige ärztliche Kontrollen bei Hausarzt und Schwerpunktarzt durchgeführt werden. Bezüglich Ihrer aktuellen Beschwerden wie Müdigkeit, Übelkeit sowie Kopfschmerzen und Schulterschmerzen empfehle ich Ihnen den Arzt Ihres Vertrauens aufzusuchen. Hier kann ausgeschlossen werden, dass es sich um einen Herzinfarkt handelt.

Auch sollten sie ihre Erschöpfungszustände ansprechen. Manchmal ist eine psychische Betreuung oder ein Rehabilitationsaufenthalt sinnvoll.

Weiterhin alles Gute wünscht Dr. Susanne Berrisch-Rahmel

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