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Supraventrikuläre ES, Psychopharmaka, Risiko für Komplikationen

Autor
Datum
Julia678
25.02.2022, 05:00 Uhr

Guten Morgen,

ich (w, 33, BMI 20, Asthma, Schilddrüsenunterfunktion, Nichtraucherin, kein Alkohol) leide seit Jahren unter massiven Angstzuständen und Depressionen, die zeitweise auch stationär behandelt wurden. Aufgrund der Angststörung ist es mir bisher nicht möglich gewesen, eine medikamentöse Therapie zu beginnen. Mein Psychiater hält mehrere Medikamente für sinnvoll und gesteht mir einen gewissen Entscheidungsspielraum zu: Sertralin zur Dauermedikation, zusätzlich Atarax oder Tavor als Notfallmedikament für den punktuellen Einsatz, welches auch während der Einschleichphase die NW von Sertralin etwas abfangen soll.

Nun zu meiner Frage: Ich habe in der Vergangenheit (2018) massive Probleme mit supraventrikulären Extrasystolen gehabt, die auch kardiologisch via Ultraschall und Langzeit-EKG abgeklärt wurden. Es wurden keine organischen Schäden gefunden und nach Diagnose eines starken Eisenmangels und folgender Behandlung waren die ES so gut wie verschwunden. Für mich waren diese manchmal bis zu 15 Min andauernden Zustände mit Herzstolpern, -aussetzern und Atemnot allerdings extrem belastend und so hat sich eine Angst vor jeglichen Medikamenten manifestiert, die sich negativ auf das Herz auswirken könnten.

Wie schätzen Sie das Risiko für kardiologische Komplikationen unter o.g. Medikation ein (v.a. bzgl. QT-Zeit-Verlängerung)? Was kann ich tun, um das Risiko zu minimieren? Zusätzlich: Wären Wechselwirkungen mit einer Covid-Erstimpfung zu erwarten?

Vielen Dank!

Dr. med. Heribert Brück
26.02.2022, 18:10 Uhr

Sehr geehrte Frau Julia678,

da Sie über supraventrikuläre Extrasystolen berichten, ist das Risiko für kardiologische Komplikationen nicht erhöht. Wegen möglicher QT-Zeit-Verlängerungen, die dann zu ventrikulären Rhythmusstörungen führen könnten, sind EKG-Kontrollen empfohlen.
Wechselwirkungen mit einer Covid-Impfung sind ebenfalls nicht zu erwarten.

Herzliche Grüße
Dr. Heribert Brück

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