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Trombus am Herzen mit Schlaganfall

Autor
Datum
Dani F.
31.03.2018, 09:54 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich weiß leider nicht mehr weiter und würde gern ein paar Fragen stellen. Es geht um meinen Vater er ist 71 Jahre alt und er hatte letztes Jahr im August einen Schlaganfall mit linksseitiger Lähmung und Sprachausfall. Danach die normale Prozedur mit Reha usw. Dies ging sehr gut weg und er wurde wieder völlig gesund.
2/2018 kam er wegen Luftnot ins Krankenhaus, es wurde ein Thrombus mit einer Größe 1,6x1, 9cm am Herzen festgestellt. Mit einer Herzleistung von 30-35% Er bekam dann folgende Medikamente:
Ramipril 10mg 1x abends
Spironolacton 25mg 1x mittags
Furosemid 40 1x früh, 1x mittags
Metoprolol 95mg 1x früh 1x abends
Tamsolusin 0,4mg 1x abends
Atorvastatin 80mg 1x 1/2 abends
Pantroprazol 40mg 1x Früh
Apixaban 5mg 1x früh 1x abends
Eine Woche zu Hause erholte er sich ein wenig aber trank wenig. Er ging zur Blutkontrolle und brach im Arztzimmer zusammen und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Dort wurde eine Lungenentzündung festgestellt und mit Unacid über die Vene versorgt. Im Krankenhaus spukte er dann Blut und die Gerinnungshemmer wurden ausgesetzt. Nach einer Woche zu Hause bekam er erneut einen Schlaganfall. Jetzt wurde eine Herzleistung von 20% angegeben und zusätzlich digitoxin gegeben. Er sollte eine Life Weste bekommen die dann aber erst am letzten Tag im Krankenhaus beantragt wurde.
Jetzt meine Frage kann der Thrombus am Herzen bleiben oder muss dieser weg? Es sollte eine Kardioversion gemacht werden was nun nicht geht da der Thrombus da ist. Die Ärzte meinten der Thrombus würde sich selber auflösen was ich nicht glaube. Am Anfang sollte er auf Falithrom umgestellt werden. Dann bekam er kurz Heparin und dann eine Clexane Spritze. Nun ist er in einem anderen Krankenhaus weil die Ärzte im Krankenhaus Niederlausitz mir jeden Tag was anderes erzählt haben die absolute Katastrophe. Seit dem er in Dresden im Krankenhaus ist geht es ihm Tag für Tag besser.
Jetzt ist die Frage was in einem Solchen fall die beste alternative ist um das das Herz sich wieder erholen kann und das Risiko eines weiteren Schlaganfalls zu verhindern. Danke

Prof. Dr. med. Thomas Klingenheben
04.04.2018, 18:34 Uhr

Guten Tag Dani F.,
vielen Dank für die Fragen.
Die Sache ist leider komplex.
Vermutlich hat die Herzschwäche schon beim ersten Schlaganfall bestanden - wurde da aber noch nicht diagnostiziert?
Der zweite Schlaganfall trat auf, weil der Blutverdünner - mutmaßlich richtigerweise - wegen des Blutspuckens abgesetzt werden musste.
Die Lungenentzündung, die dem zugrunde lag, kam wahrscheinlich von einer Lungenstauung durch die Herzschwäche - das ist nicht so selten.

Aus meiner Sicht sind ein paar Dinge wichtig, bzw. sind vielleicht schon gemacht, aber die Info fehlt in Ihrer Mail.
1) die Ursache der Herzschwäche muss geklärt werden, letztlich auch mit Herzkatheter - ist das vielleicht schon gemacht?
2) die Blutverdünnung muss wieder angesetzt werden; hierbei ist wichtig, ob das Blutgerinnsel im Vorhof (bei offenbar auch vorliegendem Vorhofflimmern) oder in der erkrankten Herzkammer liegt, eventuell sollte statt Apixaban lieber das Marcumar verwendet werden, um gezielter die effektive Gerinnung zu steuern - zumindest wenn das Gerinnsel in der Herzkammer liegt.
3) Zur Sicherheit sollte nach Ausheilung der Lungenentzündung auch ein CT der Lunge gemacht werden, um eine andere Ursache des Blutspuckens auszuschließen.
4) Tatsächlich kann eine Elektroschockbehandlung derzeit nicht durchgeführt werden, solange das Gerinnsel im Herzen noch nachweisbar ist.
Es ist zu erwarten, dass das Gerinnsel sich von selbst auflöst, aber das kann 4 Wochen dauern.
Auch sonst ist Ihr Vater aus meiner Sicht medikamentös völlig korrekt behandelt und in Dresden sicherlich sehr gut aufgehoben.
Man braucht jetzt einfach etwas Geduld, dass das Gerinnsel weggeht und die Medikamente zur Herzschwäche Wirkung zeigen.
Wenn sich die Pump Leistung des Herzens längerfristig nicht verbessert, kann auch noch die Implantation eines Defibrillator-Schrittmachers notwendig werden.
MfG
T- Klingenheben

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