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Ventrikuläre Extrasystolen

Autor
Datum
MasterChillerX
26.01.2021, 19:18 Uhr

Guten Tag,

Mitte letztes Jahr fing es plötzlich morgens an, starkes Herzstolpern, teilweise jeder zweite Schlag ein Stolperer. Bin in der Notaufnahme gelandet, wo mir erklärt wurde, dass es sich um VES handelt. Innerhalb 2 Stunden kam es 3 mal für mehrere Minuten zu solchen Anfällen mit vielen VES, dazwischen auch vereinzelte VES. Der Rhythmologe, der bei mir auch schon eine EPU gemacht hat (habe eine ektope atriale Tachykardien), sah sich die Sache an und meinte, vermutlich habe ich eine Stelle im Herz, die manchmal dazwischen funkt, die VES sehen aber alle gleich aus, ich solle mir keine Gedanken machen, sicherheitshalber mache man ein 12 Kanal Langzeit EKG um eine KHK oder Herzmuskelentzündung auszuschließen. Auf dem EKG natürlich keine einzige VES.
Seit diesem Vorfall habe ich oft VES, manchmal über Stunden /Tage gehäuft viele (alle 5 Schläge), war auch nochmal während einer Phase im KH, den VES wurden keine Beachtung geschenkt.
Es gibt Tage, an denen habe ich keine VES, kann körperlich alles machen und an Anderen triggert jede Bewegung die Dinger. Die VES machen mir extrem Angst und Enden oft in einer Panikattacke, was die Häufigkeit noch viel schlimmer macht.
Kann ich wirklich davon ausgehen, das diese VES ungefährlich sind bzw. kann Angst und die Psyche VES auslösen?

Dr. med. Karl-Friedrich Schmitz
27.01.2021, 13:31 Uhr

Sehr geehrter Nutzer dieses Forums

zunächst vielen Dank für Ihre Anfrage. Grundsätzlich ist es so, dass ich Ihnen natürlich nicht alleine aufgrund der von Ihnen gemachten klinischen Angaben eine genaue Diagnose stellen kann. Ich entnehme ihren Schilderungen jedoch, dass sich bereits kompetente Leute einschließlich eines Elektrophysiologen mit ihren Herzrhythmusstörungen beschäftigt haben.
Wenn aufgrund deren Untersuchung eine relevante kardiale Grunderkrankung ausgeschlossen ist, sind tatsächlich ventrikuläre Extrasystolen, die immer von der selben Ursprungs stelle ausgehen, oft nicht als bedrohlich anzusehen. Ob man diese, wenn sie als störend empfunden werden, medikamentös oder elektrophysiologisch behandelt, sollte mit ihrem behandelnden Arzt zusammen überlegt werden. Dies kann man sicherlich nicht aus der Ferne machen.
Ich würde ihn daher empfehlen, mit Ihrem behandelnden Kardiologen Ihre Beschwerden noch einmal zu besprechen und dann zu entscheiden, wie man am besten vorgeht. Dann sollte sich auf jeden Fall eine für Sie befriedigende Lösung finden lassen.
Mit freundlichem Gruß
Karl Friedrich Schmitz

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