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VES

Autor
Datum
sascha
27.02.2021, 23:07 Uhr

Sehr geehrtes Team.
Ich bin männlich, 46 Jahre alt und leide psychisch sehr massiv an den diagnostizierten VES. Ich hatte das Glück, dass diese VES bei der letzten Herzultraschalluntersuchung sogar zu sehen waren. Der Kardiologe sagte aber dass er wirklich keinerlei Anzeichen für eine strukturelle Erkrankung finden würde. Er riet mehr als eindringlich von einer Ablation auch aufgrund der Menge (im LZ-EKG nur VES, 4500 in 24 Stunden (max. 488 / Stunde) und der Risiken ab. Auch keine weiteren Medikamente. Nur vielleicht die Einnahme von Tromcardin mal auszutesten, ob es hilft. Ich versuche jeden Tag etwa 6000 Schritte zu machen - mich etwa 1 Stunde am Stück zu bewegen. Ich habe ausser den VES und einer großen Angst selten andere Symptome. Schwindel unabhängig von den VES. Befinde mich in psychosomatischen Gruppentherapie.
Jetzt meine Fragen:
- Sind somit wirklich alle schwerwiegenden Gründe ausgeschlossen?
Woher kommen die VES. Der Kardiologe sagt, es gäbe 100 Gründe dafür - ist das so?
Ich habe gelesen, dass es für das Herz über Jahre zum Problem werden kann und auch eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für den plötzlichen Herztod besteht.
Was kann ich tun oder welche Untersuchung kann noch gemacht werden, um den Grund zu finden und diese Störung abzuschalten ?
Die Angst ist riesig
Thx

Dr. med. Karl-Friedrich Schmitz
01.03.2021, 12:04 Uhr

Sehr geehrter Nutzer dieses Forums, zunächst vielen Dank für Ihre Frage.
Ich kann Ihrem behandelnden Kardiologen nach den von Ihnen gemachten Angaben eigentlich nur zustimmen. Wenn die beim Kardiologen gemachten Untersuchungen einschließlich Ultraschall des Herzens, Belastungs-EKG und Langzeit-EKG keine bedeutsamen Befunde zeigen, würde auch ich bei Ihnen die mäßig häufig bestehende Extrasystolie nicht mit einem invasiven Verfahren wie einer Ablation behandeln.
Nach den Ursachen für eine solche Rhythmusstörungen zu suchen, ist sicherlich schwierig, oft erfolglos und wahrscheinlich auch nicht wirklich relevant. Ich gehe davon aus, dass eine Schilddrüsenerkrankung ausgeschlossen wurde.
Sie können und sollten also ruhig sich regelmäßig körperlich belasten und ein möglichst gesundes Leben führen. Ob eine solche mäßig ausgeprägte Extrasystolie wie bei Ihnen tatsächlich eine höhere Inzidenz für einen plötzlichem Herztod hat, ist nach meinem Kenntnisstand nicht bewiesen und sollte Ihnen somit auch keine Sorgen machen.

Mit freundlichen Gruß

Karl Friedrich Schmitz

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