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Welche Bedeutung hat der Calciumspiegel unter den Ursachen eines Herzinfarktes. Daneben Cholesterin und Atorvastatin 40 mg.

Autor
Datum
Friedrich.a.
30.06.2018, 03:11 Uhr

Nach einem Herzinfarkt mit einer Mehrgefäßerkrankung besteht immer die Frage nach den Ursachen des Infarktes und danach wodurch sich darüber hinaus bestehende weitere zwei 70%ige Stenosen weiter schließen könnten oder wie man das verhindern kann.
Eine Ursache des Herzinfarktes könnte (u.a.) ein über Jahre zu hoher Calcium-Spiegel im Blut gewesen sein.
Die Problematik ist, dass der Calcium-Spiegel im Blut/Serum bis 2015 noch als mittig/normal gemäß der Normalwerte/Standards in den Blutuntersuchungen der Labore galt. Dann änderten sich diese Standards und der Calciumspiegel galt plötzlich als etwas über dem oberen Grenzwert liegend. Wir sahen jetzt, dass in einer Blutuntersuchung (5/2018) dieser Referenzwert von einem anderen Labor wieder höher angegeben wurde und damit war der Calciumwert wieder im normalen Bereich angesiedelt. Und ganz aktuell (6/2018) wird der Referenzwert von einem weiteren Labor wieder niedriger angegeben und der Calcium-Wert im Blutserum höher, wodurch er wieder oberhalb des Referenzwertes liegt.
Referenz-/Normalwerte:
2012: 2,1 - 2,7, Ergebnis Blutserum: 2,36 mmol/l
2015: 2,1 - 2,7, Ergebnis Blutserum: 2,49 mmol/l
2016: 2,15 - 2,56, Ergebnis Blutserum: 2,59 mmol/l
2017: 2,13 - 2,56, Ergebnis Blutserum: 2,58 mmol/l
4/ 2018: 2,15 - 2,55, Ergebnis Blutserum: 2,5 - 2,3 mmol/l
5/2018: 2,20 - 2,80, Ergebnis Blutserum: 2,36 mmol/l
6/2015: 2,13-2,56, Ergebnis Blutserum: 2,60 mmol/l

Daraus ergeben sich mehrere möglicherweise lebenswichtiger Fragen:

Woher stammen die Referenzwerte der verschiedenen Labore.
Wie zuverlässig sind die Ergebnisse der Blutuntersuchungen.
Was verursacht die schwankenden Calciumspiegel im Blut.
Welche Gefahr geht von zu hohen Calciumspiegeln im Blut für einen weiteren Herzinfarkt aus.

Da nun z. B. Milch/Joghurt/Käse Lieferanten für Calcium sind, stellt sich darüber hinaus die Frage, ob Vorsicht beim Verzehr dieser Lebensmittel angeraten ist. Denn wenn sich eine weitere Stenose schließt, könnte das Lebensbedrohlich sein.

Unabhängig von den erhöhten Calciumwerten waren auch die cholesterinwerte erhöht:
2005: 232 mg/dl, HDL: 50 mg/dl, LDL 149 mg/dl, LDL/HDL 3,0, Referenz bis 4
2009: 197 mg/dl
2012: 239 mg/dl
2014: 211 mg/dl
2015: 190 mg/dl, HDL: 54 mg/dl, LDL 139 mg/dl, LDL/HDL 2,6, Referenz bis 4
5/2017: 193 mg/dl
4/2017: 163
6/2018: 93mg/dl, HDL: 45 mg/dl, LDL 43 mg/dl (durch 40 mg Atorvastatin)

Kann Atorvastatin 40mg abends reduziert werden?

Dr. med. Heribert Brück
02.07.2018, 16:21 Uhr

Sehr geehrter Herr friedrich.a.,

Calcium gehört nicht zu den Risikofaktoren der Koronaren Herzerkrankung und findet deshalb auch keine Erwähnung in den Leitlinien, weder nach einem Infarkt noch bei der stabilen Koronaren Herzerkrankung. Es gibt auch keinen Zusammenhang zwischen Calciumzufuhr, die zur Verhinderung einer Osteoporose ja notwendig ist, und kardiovaskulären Ereignissen.

Unterschiedliche Referenzbereiche erklären sich am ehesten durch unterschiedliche Analysemethoden. Üblicherweise wird der Normalbereich dadurch definiert, dass 95% einer repräsentativen Bevölkerungsgruppe in diesem Bereich liegen.
Laborergebnisse sind als zuverlässig anzusehen, da hier regelmäßige Qualitätskontrollen vorgeschrieben sind.

Für Patienten mit einer bekannten Koronaren Herzerkrankung sollte der LDL-Spiegel unter 70 mg/dl liegen, das ist bei Ihnen der Fall.
Wenn man die Atorvastatin-Dosis reduzieren würde und nach ca. 1-3 Monaten die Werte immer noch unter 70mg/dl liegen würden, wäre dagegen nichts einzuwenden. Wenn Sie die Behandlung jedoch gut vertragen, könnte man auch bei dieser Dosis bleiben, da dann das Risiko noch weiter reduziert wäre.

Herzliche Grüße
Dr. Heribert Brück

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