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Wirkung von Reserpin

Autor
Datum
nebivolol79
17.12.2016, 16:13 Uhr

Liebes Ärzteteam,

Ich habe eine recht spezifische Frage zu meiner Medikation (ich bin männlich, NR, BMI 22,5, 37 Jahre alt, seit über 10 Jahren labile Hypertonie mit sehr starkem Sympathikus Tonus, keine weiteren Risikofaktoren, d.h. keine familiäre Vorbelastung, hohes HDL, niedriges LDL, niedrige Triglyceride, regelmäßig Sport, gesunde Ernährung, kein Diabetes).

Über viele Jahre habe ich Homviotensin genommen (gemeinsam mit einem niedrig bis mittel-dosierten Betablocker), ohne zu wissen, dass in Homviotensin 0,03mg Reserpin enthalten sind. Inzwischen bin ich über Reserpin gut informiert, weiß, dass es eigentlich nicht mehr Therapie der ersten Wahl ist, dass es in Deutschland (außer in Homviotensin) nur noch in Kombination mit Diuretika erhältlich ist und dass die normale Dosis bei 0,05mg bis 0,25mg liegt. Ich weiß auch, dass es durchaus Stimmen gibt, die sagen, dem Reserpin wird Unrecht getan, da die Nebenwirkungen (Depression, Magenprobleme, etc.) nur bei den früher häufig genutzten Dosen im Bereich ab 0,5mg bis 1mg auftreten und dass es eigentlich eine sehr effizientes Antihypertensivum sei.

Nach mehreren Auslassversuchen und Experimentieren mit einer Reihe an Antihypertensiva ist mein Fazit: Die geringe Dosis von Reserpin (0,03mg in einer Tablette Homviotensin) hat bei mir eine stark blutdrucksenkende Wirkung (10-15 mmHG systolisch). Mein Arzt sagt, wir könnten nun dabei bleiben, da es eben bei mir so gut wirkt, ich bin aber noch etwas unsicher.

Nun (endlich) meine konkrete Frage: Hat Reserpin auch eine Wirkung auf den zentralen Blutdruck oder senkt es nur den radialen/brachialen Blutdruck? Gibt es hierzu Untersuchungen? Wenn es tatsächlich auch einen zentralen Effekt hat, würde ich wohl zunächst einmal dabei bleiben.

Herzlichen Dank!

Dr. med. Ingo Bläse
17.12.2016, 18:10 Uhr

Sehr geehrter Herr Nebivolol79,

der zentrale Blutdruck rückt, wie sie es auch beschreiben, immer mehr in den Focus der Medizin. Problematisch ist der Unterschied zwischen zentralem und peripherem Blutdruck hauptsächlich bei einer deutlichen Schädigung der Gefäße. Ich empfehle Ihnen, den zentralen Blutdruck bestimmen zu lassen. Dies ist heute bereits unblutig mit geringem Aufwand möglich. Dadurch lässt sich abklären, ob bereits eine Gefäßschädigung besteht und ob der peripher gemessene Blutdruck bei Ihnen repräsentativ auch für den zentralen ist.

Mit Reserpin therapiere ich schon seit Jahren nicht mehr und möchte mich auch zu dem von Ihnen genannten Präparat mit mehreren niedrig dosierten Wirkstoffen nicht äußern.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. I. Bläse

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