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Bisoprolol 1,25

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Datum
Villeroyser
10.01.2019, 16:46 Uhr

Guten Tag,
nach einem Herzinfarkt (2015, 1 Stent), wurden der Betablocker 1x Metoprolol 47,5 wegen meiner guten Werte abgesetzt. Meine Werte ohne Medikamente sind EF 65%, Ruhepuls 55, Blutdruck 115/75).Treibe viel Cardiosport.
Vor 2 Wochen bekam ich plötzlich Extrasystolen und im Krankenhaus wurde nach einem 24 Std EKG über 10000 Extrasystolen festgestellt. Bis dahin lief mein Herz immer wie ein Uhrwerk.
Ich hatte einen Kaliumwert von 4,1.
Das Krankenhaus empfahl mir Belok Zoc Beloc 23,75.
Mein Hausarzt verschrieb mir aber Bisoprolol 1,25.
Ich nehme Bisoprolol jetzt erst eine Woche und die Extrasystolen sind weniger geworden.
Sie treten aber auf sobald der Ruhepuls im Sitzen oder Liegen unter 51 Schläge fällt. Blutdruck 95/60.
Ich habe im Beipackzettel gelesen, dass Bisoprolol nicht bei Rhythmusstörungen, die bei niedrigen Puls entstehen genommen werden soll.
Wäre Belok Zoc nicht doch besser oder braucht Bisoprolol noch ein wenig Zeit?
Mein Kaliumwert ist jetzt wieder bei 5.3.Wäre ein Versuch ohne Betablocker ratsam, wegen der niedrigen Plus und Blutdruckwerte? Vielleicht wurde alles besser,
weil jetzt mein Kaliumwert im hochnormalen Bereich ist und nicht durch die Wirkung des Betablockers.
Eine Antwort wäre sehr nett!
Vielen Dank!

Dr. med. Jürgen Fritsch
11.01.2019, 12:12 Uhr

Guten Tag,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ob Sie Bisoprolol oder Metoprolol nehmen, wird vermutlich keinen großen Unterschied machen. Ich würde jetzt mal bei Bisoprolol bleiben.

Der Kaliumwert war ja mit 4,1 mmol/l auch nicht wirklich erniedrigt, so dass es spekulativ oder sogar eher unwahrscheinlich ist, dass der Kaliumspiegel eine entscheidende Rolle spielt. Ein Magnesium/Kaliumpräparat kann die Zahl der Extrasystolen trotzdem oftmals reduzieren. Manchmal verschwinden die Extrasystolen aber auch spontan, so wie sie gekommen sind. Ein Auslassversuch des Betablockers ist vermutlich möglich. Ihr betreuender Arzt wird die Rhythmusstörungen vermutlich als unbedenklich eingestuft haben, dann ist eine Einnahme nicht zwingend erforderlich sondern lediglich eine Verbesserung der Symptome das Ziel.
Sprechen Sie Änderungen der Therapie aber unbedingt mit Ihrem Arzt ab und ändern diese nicht eigenmächtig.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Jürgen Fritsch
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie
Sportmedizin, Psychotherapie

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