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Linksschenkelblock bei Herzgesunden?

Autor
Datum
Schiller
09.07.2016, 15:46 Uhr

Hallo, ich bin 32 Jahre alt und hatte letztes Jahr eine Myokarditis ohne Reduktion der Pumpfunktion. Die Diagnose wurde mittels MRT gestellt. Ich hatte damals Schmerzen in der Brust und im EKG einen Linksschenkelblock bei Tachykardie. Nach langer Schonung und Therapie mit Bisoprolol ging die Tachykardie (die anfallsweise kam) langsam weg. Der Linksschenkelblock bleibt aber bei Belastung (meist ab Hf 90-100). In Ruhe und nachts ist er meist weg. Ich habe im Verlauf noch ein MRT erhalten, das nun einen Normalbefund des Herzens zeigte. Im Herzecho weiterhin nicht eingeschränkte Pumpfunktion. Laborwerte allesamt unauffällig. Ich bin schlank, rauche nicht und habe keine weiteren Erkrankungen. Mir macht jedoch dieser Linksschenkelblock Sorge. Ich traue mich seit einem Jahr nicht Sport zu machen und weiß nicht, wie ich diesen LSB werten soll. Ist es nur ein Überbleibsel der Myokarditis und harmlos? Oder ist es möglicherweise langfristig der Anfang einer dilatativen (oder sonstigen) Kardiomyopathie? Im Internet liest man recht schlechte Prognosen zu LSB. Ich würde mich sehr über eine Einschätzung freuen.

Dr. med. Ingo Bläse
21.07.2016, 20:22 Uhr

Sehr geehrte/r Frau/Herr Sch.,

ein Linksschenkelblock (LSB) ist eine bestimmte Veränderung im EKG, die auf einen, teilweise frequenzabhängigen (Ermüdung), Defekt des Reizleitungssystems zurückzuführen ist. Die Prognose hängt hauptsächlich von der Ursache ab. Möglich als Ursache ist u.a. ein Restzustand einer Myokarditis, eine schwerwiegende Herzerkrankung oder auch eine Auffälligkeit ohne pathologische Relevanz.

Bei ansonsten unauffälligem kardiologischem Befund sehe ich keine Indikation, ganz auf Sport zu verzichten. Ich empfehle jedoch regelmäßige kardiologische Untersuchungen, um im Verlauf eine eventuelle Verschlechterung der Herzfunktion nicht zu übersehen. Sicherlich gibt es noch viele andere Aspekte des LSBs, die ich jedoch in diesem Forum nicht erschöpfend beschreiben kann.

Mit der Hoffnung, Ihnen trotzdem geholfen zu haben

Dr. I. Bläse

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