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Plötzlich sehr viele VES (488/Std. - etwa 10000/Tag)

Autor
Datum
sascha
06.10.2020, 06:56 Uhr

Liebes Expertenteam, seit vielen Jahren bin ich regelmäßig in Kardiologischer Behandlung, da ich durch viele Jahre rauchen eine Stenose in der linken Halsschlagader hatte. Da ich vor drei Jahren mit dem Rauchen aufgehört habe, ist diese mittlerweile nicht mehr nachweisbar. Im Rahmen der Untersuchung wird jedes Jahr ein Belastungs-EKG, sowie Herzultraschall angefertigt. Glücklicherweise immer ohne Befund. Ich habe sehr viele stressige Jahre hinter mir ohne auf mich zu achten, bis ich auch hier vor etwa zwei Jahren mein Leben komplett geändert habe. Ich ernähre mich mittlerweile ausgewogen, gehe zur psychosomatischen Gruppentherapie, mache leichten Ausdauersport. Ich bin 46 Jahre alt und 171 cm gross bei 73,5 kg Gewicht. Habe eine sehr glückliche Beziehung. Jetzt das Problem. Vor etwa 8 Wochen spürte ich auf einmal ein starkes Blubbern in der oberen Bauchgegend. Das Gefühl kenne ich schon lange Extrasystolen. Aber die Häufigkeit beunruhigte mich. Also wurde beim Kardiologen kurzfristig ein Langzeit-EKG erstellt. Hier stellte sich heraus, dass ich unter sehr vielen VES leide. Es sind ungefähr 488/Stunde im maximum - etwa 10000 am Tag - alle Lown Stufe II - es ist jeden Tag etwa gleich. Angeblich allesamt unangenehm aber ohne wirklichen Krankheitswert. Woher kommt das so plötzlich ?

Dr. med. Peter Zündorf
06.10.2020, 20:07 Uhr

Hallo Sascha,

die Frage, warum das jetzt auf einmal auftritt, ist - wenn überhaupt - nur mit weiteren Untersuchungen zu klären; es kann z.B. eine Überfunktion der Schilddrüse aufgetreten sein, ein Magnesiummangel, Stress, Schlafmangel, Depression, all das sind begünstigende Faktoren für ventrikuläre Extrasystolen.
Das ist keine abschließende Aufzählung.

Wichtiger ist jedoch, dass nach allem was Sie schildern die Geschichte ungefährlich ist. Erstens handelt es sich nicht um höher komplexe ventrikuläre Extrasystolen, zweitens scheint das Herz ansonsten weitgehend gesund zu sein.
Also sprechen Sie zur weiteren Klärung noch einmal mit Ihrem Hausarzt und/ oder Ihrem Kardiologen und lassen die entsprechenden Laborwerte bestimmen.

Ich wünsche Ihnen gute Besserung und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Dr. Peter Zündorf, Hannover

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