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Psychokardiologie

Autor
Datum
RuJu
30.07.2018, 20:39 Uhr

Ich hatte einen Myokardinfarkt ohne verkalkte Kranzgefäße. Ich hatte Todesangst und habe deshalb Depressionen und eine Angststörung. Offensichtlich (MRT) habe ich jetzt eine Narbe. Es geht hier um eine Stress-Kardiomyopathie. Meine Frage:
1. Kann sich ein solches Ereignis wiederholen?
2. Kann hinter diesen Herzproblemen ein Trauma stecken?
3. Jetzt habe ich immer noch ein Stechen im Herzbereich und Engegefühle?
4. Was ist eine Prinzmetal Angina?

Dr. med. Ingo Bläse
01.08.2018, 20:38 Uhr

Sehr geehrte/r Herr/Frau RuJu,
selbstverständlich kann ich Ihren Einzelfall anhand Ihrer Informationen nicht klären. Sicher ist jedoch seit Jahren, dass die Psyche einen großen Einfluss auf das Herz/Kreislauf -System hat. Das geht vom einfachen Herzrasen bei Stress bis zur Taku-Tsubo-Kardiomyopathie (Syndrom des gebrochenen Herzens), die typische Symptome eines Herzinfarktes aufweist und meist auf eine übermäßige Stressbelastung oder ein psychisches Trauma zurückzuführen ist. Zusätzlich ist bekannt, dass Patienten, die nach einem Herzinfarkt eine Depression entwickeln, eine deutlich schlechtere Prognose aufweisen.

Wegen dieses engen Zusammenhangs hat sich die kardiologische Spezialdisziplin "Psychokardiologie" entwickelt. Diese Spezialisierung wird mittlerweile zunehmend häufig auch ambulant angeboten.

Ich empfehle Ihnen die Vorstellung bei einem Psychokardiologen, einer Psychokardiologin, damit Ihre Herzerkrankung auch aus diesem Blickwinkel betrachtet und wenn erforderlich eine entsprechende Therapie eingeleitet werden kann. Eine reine Internetberatung dürfte Ihr Problem kaum lösen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. I. Bläse

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