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Schlaganfall

Autor
Datum
Dani F.
04.04.2018, 20:01 Uhr

Danke für die Antwort:
Aus meiner Sicht sind ein paar Dinge wichtig, bzw. sind vielleicht schon gemacht, aber die Info fehlt in Ihrer Mail.
1) Die Ursache der Herzschwäche muss geklärt werden, letztlich auch mit Herzkatheter - ist das vielleicht schon gemacht?
2) die Blutverdünnung muss wieder angesetzt werden; hierbei ist wichtig, ob das Blutgerinnsel im Vorhof (bei offenbar auch vorliegendem Vorhofflimmern) oder in der erkrankten Herzkammer liegt, eventuell sollte statt Apixaban lieber das Marcumar verwendet werden, um gezielter die effektive Gerinnung zu steuern - zumindest wenn das Gerinnsel in der Herzkammer liegt.
3) Zur Sicherheit sollte nach Ausheilung der Lungenentzündung auch ein CT der Lunge gemacht werden, um eine andere Ursache des Blutspuckens auszuschließen.
4) Tatsächlich kann eine Elektroschockbehandlung derzeit nicht durchgeführt werden, solange das Gerinnsel im Herzen noch nachweisbar ist.
Es ist zu erwarten, dass das Gerinnsel sich von selbst auflöst, aber das kann 4 Wochen dauern.
Auch sonst ist Ihr Vater aus meiner Sicht medikamentös völlig korrekt behandelt und in Dresden sicherlich sehr gut aufgehoben.
Man braucht jetzt einfach etwas Geduld, dass das Gerinnsel weggeht und die Medikamente zur Herzschwäche Wirkung zeigen.
Wenn sich die Pump Leistung des Herzens längerfristig nicht verbessert, kann auch noch die Implantation eines Defibrillator-Schrittmachers notwendig werden.
Die Herzschwäche kommt von einer Herzrhythmusstörung die mein Vater wahrscheinlich schon lange hat.
Zum Gerinnsel hab ich noch eine Frage und zwar kann man dort gezielt noch andere Medikamente zum Auflösen des Gerinnsels nehmen? Oder löst sich das tatsächlich einfach auf mit den nötigen Blutverdünnern? Ich werde die Ärzte nach Marcumar fragen wenn das besser ist dann natürlich das.
Morgen wird ein erneutes Herz Echo gemacht um zu schauen wie groß das Gerinnsel noch ist.
Eine Frage habe ich noch was passiert wenn das Gerinnsel sich nicht auflöst? MfG

Prof. Dr. med. Thomas Klingenheben
04.04.2018, 22:40 Uhr

Verstehe - dann ist also das Vorhofflimmern sowohl Ursache für die Herzschwäche als auch für das Gerinnsel.
Also, das Gerinnsel löst sich nahezu immer auf - im Vorhof sowieso, in der Herzkammer kann manchmal ein Rest bleiben, der aber verwächst und nach ein paar Monaten kein Risiko mehr darstellt.
Als Blutverdünner gibt es Marcumar/Coumadin/Falinthrom, die alle ähnlich zu handhaben sind, oder die sogenannten "Neuen", als da sind Eliquis (Apixaban), Lixiana (Edoxaban), Xarelto (Rivaroxaban) oder Dabigatran.
Es ist wichtig, ob das Gerinnsel wie bei Vorhofflimmern meistens - im Vorhof ist, dann ist es egal was genommen wird, man nimmt heute meist eines der "Neuen", was bei Ihrem Vater ja auch anfangs gegeben wurde.
Nur wenn das Gerinnsel nicht im Vorhof sondern in der Herzkammer ist, sollte überlegt werden einen der "alten" Gerinnungshemmer zu nehmen. Ich nehme mal an, dass die Kollegen in Dresden das schon gut entscheiden werden.
Wie gesagt, Geduld ist jetzt das wichtigste.
MfG
T. Klingenheben

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